Wie ich wurde, was ich bin: Mein Weg zur Gastgeberin der MASOMECO Online Summit

Einleitung: Jahrestag 29. Mai

  1. 1998: Zu schüchtern für Referate.
    10. Klasse, Geschichtsunterricht. Ich stehe vorne neben dem Pult, der Klasse zugewandt. Die Hand, die meine Notizen hält, zittert. Aber viel schlimmer ist meine Stimme, die mich jetzt im Stich lässt: Sie wird immer dünner und dünner, brüchig; es hört sich fast so an, als ob ich gleich anfange zu heulen. Die wochenlange Vorbereitung auf dieses Referat, das stundenlange Üben: Geschenkt. Ich stolpere von Satz zu Satz. Endlich ist es vorbei. Meine Lehrerin schweigt. Dann ihr Fazit: Inhaltlich top, Präsentation eher mau. Die Note 1, die ich erhalte, ist wohl eher eine aus Mitleid. Ich schwöre mir, nie wieder ein Referat zu halten.

    Ich als Teenager – mit einem Faible für ausgefallene Haarfarben. Auf dem Foto kann man noch die ehemals roten und blauen Strähnchen erkennen. Warum bloß? 🙈
  2. 2000: Entartete Kunst & Webdesign
    Oberstufe, Kunst-LK, Sternchen-Thema Entartete Kunst. Wieder stehen das mir leidige Thema Referate ins Haus. Mein Entschluss, nie wieder eins zu halten, interessiert dooferweise keinen. Zum Glück habe ich einen Kunstlehrer, der voll auf das neue Ding Internet steht. Er bastelt sogar gerade an einer Website für die Schule. Schnell habe ihn davon überzeugt, wie viel sinnvoller es doch wäre, mein Kunstreferat als Website zu programmieren, und im Anschluss an den ganzen Kurs auf DVD zu verteilen. Er – Feuer und Flamme; ich – die nächsten Monate superbusy: Ich schleppe unzählige Kunstwälzer aus der Bibliothek nach Hause, recherchiere das Thema und betroffene Künstler, scanne ihre bekannten und weniger bekannten Kunstwerke ein und baue eine kleine, aber feine Website mit so umfassenden Detailwissen und Referenzen, dass man heute munkelt, das sei die eigentliche Geburtsstunde von Wikipedia gewesen. Mein erklärtes Ziel: So viele Querverweise wie möglich einbauen, damit es unmöglich wird, den Inhalt als Referat mündlich vor dem Kurs wiederzugeben. Nach drei Monaten ist es vollbracht! Ich brenne die kleine Website 12x auf DVD, verteile sie an den Kurs und geben eine Kopie meinem Lehrer. Der nimmt sie zum Benoten über das Wochenende mit nach Hause. Am Montag die Info: Super gemacht, volle Punktzahl. Ich bin happy. Und habe eine neue Leidenschaft entdeckt: Webdesign 💙

    Mit meinen beiden besten Freundinnen Aurélie und Rukiye aus der Schulzeit – einmal stolz mit Abizeugnissen und einmal mit unseren Abiballkleidern. Dieses Jahr haben wir 20-jähriges Abi, krass wie schnell die Zeit verfliegt. Freundinnen sind wir noch immer – auch über bis zu teilweise 3 Ländergrenzen hinweg 💙
  3. 2002: Weil ich es mir wert bin
    Eigentlich will ich nach dem Abi ja Kommunikationsdesign studieren. Blöderweise bin ich mit meiner Mappe zu spät dran. Der Vorschlag meiner Mutter: Mach doch erst mal eine Ausbildung, danach weißt Du auch viel besser, was als Studium am meisten Sinn macht. Also ab zum BIZ (Berufsinformationszentrum der Arbeitsagentur). Auf meine Aussage: „Irgendwas mit Werbung.“ spukt deren Computer Werbekauffrau aus. Also bewerbe ich mich auf eine Ausbildung als Werbekauffrau in verschiedenen Werbeagenturen in Frankfurt, Düsseldorf und Köln. Dazwischen stolpere ich über die Ausschreibung von L’Oréal: Sie suchen Bewerber:innen für ein duales System, eine Kombination aus Ausbildung (Werbekauffrau) und Studium (BWL). Natürlich bin ich mit der Bewerbung viel zu spät dran und die beiden Plätze sind längst vergeben. Mein Glück: Die zuständige Personalerin wechselt innerhalb der Geschäftsbereiche des Konzerns und findet meine Bewerbung so ansprechend, dass sie mich zum Vorstellungsgespräch einlädt. Kurze Zeit später heißt es für mich „Hallo Düsseldorf, hallo L’Oréal Luxury Division“.

    Ohne Witz, das war das Deckblatt meiner Bewerbung. Bestimmt noch mit Microsoft Paint kreiert. Hat heute großes Fremdschämpotenzial, hat damals aber für Aufmerksamkeit gesorgt.
  4. 2005: Die Frau mit den drei Vornamen
    Nach 2.5 Jahren Ausbildung, in denen ich diverse Abteilungen und Marken des Konzerns kennengelernt habe, habe ich noch 2 Semester BWL vor mir – und meinen ersten, richtigen Job in der Tasche: Ich bin jetzt offiziell Junior PR Managerin für Biotherm. Public Relations, also Öffentlichkeitsarbeit. Ich, deren Stimme doch vor Aufregung so zittert, wenn sie mehr als drei Leute ankucken, und die gar nicht weiß, wie Small Talk richtig geht? Das Schicksal hat schon einen kruden Sinn für Humor. Wir sind zu zweit in der PR-Abteilung: Senior und Junior (ich). Unser größter Coup: Wir verpflichten die Schauspielerin Alexandra Maria Lara als Markenbotschafterin. Ich füge Celebrity Endorsement zu meiner Expertise hinzu.

    Beim Pressetermin anlässlich eines Charity-Events in Berlin. Eigentlich sollten wir PR-Leute nicht am eigentlichen Event teilnehmen. Aber dann waren noch Plätze an den Tischen frei und wir durften doch in den Ballsaal. Leider hatte ich kein Abendkleid dabei. Also durfte ich noch schnell los, mir auf Firmenkosten ein Ballkleid kaufen. Das Kleid war das erste einer Sammlung an Ballkeidern, die ich vermutlich nie wieder targen werde, von denen ich mich aber nicht trennen kann 😊
  5. Anfang 2006: Auf einmal die OneWomanWonderShow
    Dann fällt Senior von heute auf morgen aus und ich muss den Laden alleine wuppen. Ich organisiere Termine mit dem Management von AML, jette zwischen Düsseldorf und Paris hin und her, wickle Pressevents in Monaco, dem Hauptsitz von Biotherm, ab – und stehe mit 23 kurz vor meinem ersten Burn-out. Mein Studium habe ich derweil mit mehr Ach als Krach beendet, aber unerklärlicherweise ist mein neuer Vertrag, der mein Studium entsprechend monetär würdigen sollte, zwei Mal in der Hauspost verloren gegangen. Als er doch endlich auf meinen Tisch landet, kann ich nur müde lächeln. Viel Geld bin ich ihnen wohl doch nicht wert – obwohl sie mir später in meinem Arbeitszeugnis attestieren, dass ich acht Monate die administrative Leitung innehatte. Ich merke wie wichtig mir Werte wie Wertschätzung und Respekt sind.

    Beim Presseevent in Paris mit der Beauty-Redakteurin der ELLE (links) und einem Dokumentarfilm-Pärchen (MItte), die unser Superserum mit auf ihren Himalaya-Trip mitgenommen hatten. Warum? Damit wir eine Geschichte erzählen können und rosa Himalayasalz einer der Inhaltsstoffe war…
  6. Herbst 2006: Kindchen kann rechnen
    Da erreicht mich der Anruf einer Headhunterin. Sie sucht für eine traditionsreiche Kosmetikfirma in Baden-Württemberg jemanden, der die PR-Abteilung aufbaut. Ich werde hellhörig, komme ich doch gebürtig aus dem Schwarzwald. Wir treffen uns zu einem Kennenlerngespräch in einem Café am Kölner Dom. Im Vorfeld soll ich ein Formular ausfüllen, sie fragen nach meinem Ist- und meinem Wunschgehalt. „Istgehalt geht die nix an,“ denke ich mir und fülle nur das Feld für Wunschgehalt aus. Als die Headhunterin das Formular scannt, bleibt sie an den Beträgen hängen: „Ist das Ihr Ist- oder Ihr Wunschgehalt?“ „Wunschgehalt.“ antworte ich ganz selbstbewusst. Sie lächelt mich an und antwortet: “Ach Kindchen, nehmen Sie Ihr Istgehalt und schlagen Sie da ruhig 20 Prozent drauf auf.“ Schnell überschlage ich im Kopf, dass ich mit 20 Prozent auf mein Istgehalt immer noch weit unter dem angegebenen Wunschgehalt liege. „Also gut.“, denke ich mir und schlage selbstbewusst die 20 Prozent einfach auf das Wunschgehalt auf. Als sie mir ein paar Wochen später ein Angebot machen, muss ich nicht lange überlegen: Baden-Baden, here I come! Meinen Gehaltswunsch haben sie übrigens ohne mit der Wimper zu zucken akzeptiert. Das entspricht einer Gehaltserhöhung von 50 Prozent zu meinem Istgehalt. Weil ich es mir wert bin! 😂
  7. 2007: Im Rosengarten
    Da bin ich nun im idyllischen Baden-Baden und baue die PR-Abteilung für die Fribad Cosmetics Group auf. Fribad steht in guter, deutscher Marketingtradition von Adidas, Haribo und Aldi für Friedmann Baden-Baden. Das Unternehmen schaut stolz auf eine fast siebzigjährige, sehr gut dokumentierte Geschichte zurück, die bekannteste Marke wohl Sans Soucis wurde 1939 gegründet. Journalisten lieben Geschichten und so arbeite ich mich die ersten Monate von vorne bis hinten durch das Firmenarchiv: So viele tolle Meilensteine und Anekdoten. Mein Storytelling-Herz schlägt höher. Endlich habe ich Futter für Small Talk.
  8. 2009: Hinter der Fassade bröckelt es
    Die Firmenanschrift lautet Im Rosengarten, aber hintern den Kulissen läuft es alles andere als rosig ab. Die Eigentümerin, deren verstorbener Mann das Unternehmen gegründet hatte, hat sich bereits aus dem aktiven Business zurückgezogen und würde die Firma gerne abgeben. Leider gibt es aus den Reihen der eigenen Kinder keine würdige Nachfolger:in. Das Managementteam ist zerstritten. In den zwei Jahren seit Antritt sehe ich vier Geschäftsführer kommen und gehen. Der deutsche Vertriebschef verfolgt sein eigenes Ziel und will die Firma übernehmen, doch die Inhaberin kann ihn nicht ausstehen. Sie schlägt ihm ein Schnippchen und verkauft sie an eine Distributorin – aus Lettland. Die hat keine Lust, die roten Zahlen immer wieder mit ihrem Privatvermögen auszugleichen und so wird die komplette Belegschaft Ende April in die Kantine gebeten: Man habe soeben Insolvenz angemeldet und könne jetzt leider, leider die Gehälter nicht ausbezahlen. Und ich erhalte eher unfreiwillig einen Schnellkurs in Krisen-PR, denn die Lokalpresse feiert: Endlich ist was los in Baden-Baden, lang lebe der Investigationsjournalismus!
  9. 2009: Stuttgart ruft
    Während ich täglich die lokalen Nachrichten nach neuen „Enthüllungen“ scanne und versuche, die Wogen zu glätten, erreicht mich eine Anfrage von ghd. Ob ich mir vorstellen könne, die Branche zu wechseln und zu ihnen nach Stuttgart zu kommen? ghd ist eine noch recht junge, englische Haarstylingmarke, bekannt für ihre Styler (neudeutsch für Glätteisen), die ihre Produkte über Friseursalons vertreibt. Ab in die Friseurbranche? Zu den Kund:innen mit den großen Egos? Ich weiß ja nicht … Ich bin gerade auf dem Weg in den Urlaub und muss in Berlin umsteigen. Die Marketingchefin ist zufällig zur gleichen Zeit in der Hauptstadt und so treffen wir uns spontan in einem Café im Alexa Berlin. Sie gibt mir eine Mappe mit Infos und DVDs mit. Diese schaue ich mir im Urlaub an und bin sofort Feuer & Flamme: Die Marke ist anders, die macht ihr eigenes Ding und pfeift auf Konventionen. Kaum aus dem Urlaub zurück, spreche ich mit dem Insolvenzverwalter, der mich sehr gerne früher aus meinem Vertrag lässt (yeah, wieder ein Gehalt eingespart) und so ziehe ich bereits vier Wochen später in eine leere Wohnung nach Stuttgart-West. Die Möbel aus meiner alten Wohnung werden erst zwei Wochen später angeliefert, so lange schlafe ich auf einer Luftmatratze.

    Wir haben supercoole Events gerockt. Wie hier zur Fashion Week in Berlin.
  10. 2009: Good hair day, every day
    Ich starte voller Elan. Wieder baue ich die PR-Abteilung von Grund auf neu auf. Hinzu kommt die Verantwortung für das, was kurze Zeit später als Social Media Marketing bekannt wird. Ich lege mir endlich auch einen Facebookaccount zu, denn ich bin zuständig für die Firmen Facebookseite – mit ganzen 43 Fans. Die Firma wächst und wächst. Der deutsche Firmenchef verwirft sich mit der Zentrale in UK und verlässt das Unternehmen. Sein Nachfolger ist ein Engländer, der genau hinschaut und mein Potenzial erkennt. Er übergibt mir die Verantwortung für das Onlinemarketing. Daneben baue ich das Influencer Marketing auf, denn jetzt hat jede einen Beautyblog.
  11. 2012: Auf einmal Chefin
    Ich bin gerade auf Pressereise in Hamburg, danach geht es zum Dreamball nach Berlin, um einen Spendenscheck an die DKMS Life zu überreichen. Da erreicht mich eine kryptische Sprachnachricht der Assistentin des Geschäftsführers: „Britta, ruf uns zwischen den Verlagsgesprächen dringend zurück.“ Die News: Die Marketingleitung, die Vertriebsleitung sowie ein Teil des Vertriebsteams haben unisono mit sofortiger Wirkung gekündigt, um dem alten Geschäftsführer zu folgen (ich habe ein Déjà-vu aus Baden-Baden). Mein englischer Chef: „Britta, ich möchte gerne, dass Du das komplette Marketing für die DACH-Region übernimmst.“ Ich bin ja immer offen für Neues, also sage ich: „Klar, mache ich.“ Die Marketingassistentin kommt mir nach Berlin nachgeflogen, sie ist ob der Situation ganz aufgelöst. Ich kann nur müde lächeln, Krisen-PR kann ich inzwischen. Und ich freue mich immer über neue Herausforderungen. Jetzt halt mit Mitarbeiterverantwortung.
  12. 2013: Die kürzeste Dankesrede aller Zeiten
    Zu meinem Job als Marketingleitung gehört natürlich auch das Repräsentieren. Wir sind mit einem unserer Styler für den Glammy, dem Beauty Award der Zeitschrift Glamour, nominiert. Ich fahre mit meiner Mitarbeiterin zum Event nach München, wohlwissend, dass wir als Minianzeigenkunde keine Chance gegen die großen Beauty-Marken haben. Der Award wird im Rahmen eines Gala Diners übergeben, moderiert wird die Veranstaltung von Stephanie Neureuter, Beauty-Chefin der Glamour, sowie Sonya Kraus, ihres Zeichen bekannt als Moderatorin auf Pro7.
    Während der Pause treffe ich draußen eine alte Kollegin von L’Oréal, sie beglückwünscht uns zur Nominierung. Ich winke ab, als kleine Beautymarke haben wir keine Chance, erzähle ich aber dennoch, dass die Glamour sich die Tage noch einmal gemeldet und nach einem Fun Fact gefragt hat. Sie kuckt mich an: „Das heißt, dass Ihr gewonnen habt. Bei denen, die nicht gewonnen haben, fragen sie nicht nach dem Fun Fact.“ Mir wird schwindelig. Ich habe keine Dankesrede vorbereitet! Ich eile zurück an meinen Platz und unterrichte meine Kollegin. Der nächste Gang wird serviert, aber ich kriege keinen Bissen mehr runter. Dann kommt die Kategorie „Tools“ dran, genannt werden die drei nominierten Marken mit ihren jeweiligen Produkten. Trommelwirbel… „Und gewonnen hat: ghd. Und jetzt kommt auf die Bühne, ghd Head of Marketing Britta Just.“ Meine Mitarbeiterin schaut mich erwartungsvoll an. Ich schlucke und stehe langsam auf. Wie in Trance bewege ich mich auf die Bühne zu und gehe die drei Stufen hoch. Stephanie Neugereut drückt mir lächelnd den Award in die Hand, Sonya Kraus zeitgleich das Mikro. „Oh, der ist aber schwer“, sage ich über den Award. Sonya Kraus grinst: „Das sagen sie alle.“ Ich drehe mich zum Publikum um. Da stehe ich nun zwischen diesen beiden blonden Amazonen wie ein Reh im Scheinwerferlicht und mein Kopf ist leer. Nix mit eloquent quatschen und hervorheben, wie toll unsere Marke doch ist und was sie so besonders macht – wie das die anderen Gewinner so easy-peasy raushauen. Ich hole tief Luft, lächle breit und sage ins Mikro: „Vielen Dank. Wir freuen uns riesig. Euch allen noch einen schönen Abend.“ Sonya Kraus lacht: „Das war die kürzeste Dankesrede aller Zeiten“. Ich gehe erleichtert von der Bühne. Mit Ruhm habe ich mich nicht bekleckert, aber hey, wir als Underdog haben gewonnen! Wir feiern auf der Afterparty bis in den frühen Morgen.
    Fun Fact am Rande: Im folgenden Jahr sind wir wieder nominiert. Und gewinnen erneut! Und ich habe wieder keine Rede vorbereitet 🙈

    Meine Mitarbeiterin und ich stolz mit dem Glammy. Wer hätte gedacht, dass wir ihn direkt in Folge noch einmal gewinnen? Ich jedenfalls nicht. Finde den Fehler.
  13. 2014: Vom Casino aufs Surfbrett
    Der Prix de Beauté der Zeitschrift Cosmopolitan wird in Wiesbaden verliehen. Das Event ist jedes Jahr ein Get-together der Beautybranche. Auf der Afterparty in der Casinobar treffe ich auf Catherine, eine alte Kollegin aus L’Oréal-Zeiten und gute Freundin. Sie verdreht die Augen: „Ich wär jetzt viel lieber auf meiner Couch.“ Ich lache: „Geht mir auch so.“ Wir verziehen uns in eine ruhige Ecke und tauschen uns darüber aus, was wir jetzt viel lieber tun würden. Sie sagt: „Ich will surfen lernen.“ Ich bin sofort Feuer und Flamme. Ein guter Freund und erfahrener Surfer empfiehlt mir als Destination Peniche in Portugal. Kurze Zeit später buchen wir für August unseren ersten Surfurlaub in Portugal.

    Ich auf einem Softtop (Anfängersurfboard aus hartem Schaumstoff) – Sekunden, bervor ich fast den Videographer „überfahre“. Er ist Gott sei Dank rechtzeitig untergetaucht. Sorry, Ricardo.
  14. Oktober 2015: Ich will Meer
    Nach unserem ersten Surfurlaub und den ersten Surfversuchen in Portugal habe ich Blut geleckt. Im Winter fliege ich alleine zum Surfen nach Brasilien, im August sind wir wieder zusammen im gleichen Surfcamp. Ich verlängere um eine Woche und treffe drei Mädels aus dem Vorjahr wieder. Sie erzählen, dass sie schon im Oktober zurückkommen, wenn die WSL (World Surf League) ihre Station in Peniche macht. Kaum bin ich aus dem Urlaub zurück, bitte ich meinen Chef um eine weitere Woche frei im Oktober und melde mich bei den dreien: „Ich bin dabei.“
    Die Woche im Oktober ist magisch. Die Strände sind fast leer, aber es sind viel mehr junge Menschen aus aller Welt, alles mehr oder weniger Surfer, in diesem portugiesischen Fischerdörfchen. Mit Surfen ist für uns vier in dieser Woche nicht viel, die Bedingungen liegen außerhalb unserer Fähigkeiten und weit außerhalb unserer Komfortzone, aber wir genießen die nächtlichen Partys. Und die endlosen Gespräche beim Abendessen mit einer guten Flasche Wein. Wir sind alle vier Mitte dreißig, gut ausgebildet und würden alle viel lieber doch am Meer leben. In mir keimt eine Idee.

    Mit Agnes (FR), Natacha (FR) und Caroline (UK) während der Surf Competition. Für uns waren die Surfbedingungen viel zu groß, aber die Partybedingungen während dieser Woche genau richtig 😉
  15. November 2015: Wie eine Maus mich an die Atlantikküste spült
    Nachdem ich aus dem Surfurlaub zurück bin, kann ich einen Gedanken nicht mehr verdrängen: Wie toll wäre eine 6-monatiges Sabbatical in Portugal. Aber ich hadere mit mir, das klappt bestimmt nicht, warum sich die Mühe machen, … Andererseits, wer nicht fragt, der hat schon verloren. Also erzähle ich meinen Chef am Ende unseres nächsten 1:1-Meeting von Frederik, der Maus. Und schließe mit den Worten: „Rudi, es ist an der Zeit für mich, wieder Sonnenstrahlen zu sammeln …“ Er schaut mich verwirrt an. „… und ein Sabbatical zu machen.“ Er findet die Idee gut, erbittet sich aber Zeit für die Abklärung mit dem Headquarter in London.

    Ich mit meinem Dream-Team und meinem Chef beim Fotoshoot. Anlass: Unsere Limited Edition in – Überraschung – Pink.
  16. Ende 2015: Wie eine Maus mich an die Atlantikküste spült
    Nachdem ich aus dem Surfurlaub zurück bin, kann ich einen Gedanken nicht mehr verdrängen: Wie toll wäre eine 6-monatiges Sabbatical in Portugal. Aber ich hadere mit mir, das klappt bestimmt nicht, warum sich die Mühe machen, … Andererseits, wer nicht fragt, der hat schon verloren. Also erzähle ich meinen Chef am Ende unseres nächsten 1:1-Meeting von Frederik, der Maus. Und schließe mit den Worten: „Rudi, es ist an der Zeit für mich, Sonnenstrahlen zu sammeln …“ Er schaut mich verwirrt an. „… und ein Sabbatical zu machen.“ Er findet die Idee gut, erbittet sich aber Zeit für die Abklärung mit dem Headquarter in London.
    Die Antwort auf mein Sabbatical zieht und zieht sich. Ich stehe kurz vor einer Sinnkrise. Denn wenn ich ehrlich bin, brauche ich diese Auszeit dringend. Mein Job hat mein ganzes Leben übernommen und ich frage mich, was ist von mir als Mensch noch übrig, wenn ich diesen Job nicht mehr habe? Am 22. März eröffnet mir mein Chef im Meeting, dass ein Sabbatical leider nicht möglich ist. Ich bin vorbereitet und ziehe die Kündigung aus der Tasche. Ganz oder gar nicht. Ich löse meine Wohnung in Stuttgart auf, verkaufe meine Möbel und stelle den Rest meiner Sachen bei meiner Mutter in der Garage unter. Am 29. Mai besteige ich mit zwei großen Koffern und einer Reisetasche mit einem One-Way-Ticket den Flieger nach Lissabon. Endlich Zeit für Sonnenstrahlen!
  17. 2019: 20 Euro für ein Business
  18. 2020: Fokus Onlinesichtbarkeit
  19. 2021: Mehr Onlinesichtbarkeit für alle
  20. 2022: Heute

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