Der Begriff (oft als „Plattformverfall“ übersetzt) stammt vom Autor Cory Doctorow und beschreibt einen Kreislauf, den Du bestimmt kennst: Den systematischen Qualitätsverfall digitaler Dienste und Produkte.
Dieser Verfall erfolgt meist in drei Phasen:
1. Anlocken von Nutzer:innen
Zu Beginn ist ein Dienst hervorragend. Er ist nützlich, oft kostenlos oder extrem günstig, werbefrei und benutzerfreundlich. Das Ziel ist es, Nutzer:innen zu ködern und in ein geschlossenes System zu sperren (sogenannter „Lock-in-Effekt“).
2. Fokus auf Geschäftspartner:innen
Sobald eine Plattform eine kritische Masse an Nutzer:innen erreicht hat und diese möglichst abhängig vom Service sind, ändert das Unternehmen seine Prioritäten. Der Algorithmus oder das Angebot wird so angepasst, dass Geschäftspartner:innen (wie Händler, Werbetreibende, …) stärker zur Kasse gebeten werden.
3. Schröpfen der Nutzer:innen
Schließlich wird der Dienst auch für die Endnutzer:innen immer schlechter. Das Produkt wird mit Werbung vollgestopft, Abomodelle werden erzwungen und Funktionen werden hinter Paywalls versteckt. Zudem wird der Wechsel zu Konkurrenzprodukten durch Plattformgrenzen (z. B. den Verlust von Kontakten oder Daten) extrem schwerfällig gemacht, damit Nutzer:innen den Qualitätsverfall notgedrungen akzeptieren.
Am Ende bleibt eine schlechtere Version des Originals übrig, die vor allem noch eines im Sinn hat: Den eigenen Profit. Erinnert Dich an eine bestimmte Suchmaschine oder einen großem Onlinehandel oder ein bestimmtes sozialen Netzwerk, das früher mal richtig Spaß gemacht hat? Kein Zufall, sondern Paradebeispiele für Enshittification.