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Main Character Syndrome

Das Main Character Syndrome (auf Deutsch etwa: Hauptcharaktersyndrom) ist ein umgangssprachlicher Trendbegriff aus den sozialen Medien,der die Haltung beschreibt, das eigene Leben wie einen Film oder Roman zu betrachten, in dem man selbst der Star ist, während alle anderen Menschen nur als Statisten oder Nebenfiguren (dann oftmals NPC – Non Playable Characters) dienen.

Besonders geprägt haben diesen Begriff Influencer:innen, die das Main Character Syndrom gewissermaßen zum Geschäftsmodell gemacht haben, zum Beispiel wenn im Restaurant gebeten wird, dass alle anderen Gäste kurz ruhig sein sollen, weil gerade ein Reel aufgenommen wird, oder Reisende an öffentlichen Orten Absperrungen errichten, Fremde aus dem Bild bitten oder schlicht so lange herumstehen, bis die Kulisse stimmt – als wäre der Rest der Welt ein Filmset, das gefälligst auf den Einsatz wartet.

Die Botschaft dahinter ist so simpel wie ernüchternd: Mein Content ist wichtiger als Deine Zeit, Dein Erlebnis und Dein persönlicher Raum. Und weil solches Verhalten auf Social Media oft nicht mit Kritik, sondern mit Reichweite belohnt wird, hat es sich leider als Normalität etabliert – zumindest in bestimmten Kreisen.