2016 bis 2026: Tausche Karriereleiter gegen Selbstbestimmung – 10 Entscheidungen, die mein Leben verändert haben

2016 bis 2026: Meine persönliche #10yearchallenge – von der Kündigung zum neuen Leben in Portugal und wie aus einem Sabbatical mein Webdesign Business entstand.

Seit Jahresanfang sehe ich überall auf Social Media den Hashtag #10yearchallenge oder „2026 is the new 2016“. Menschen posten Vorher-Nachher-Bilder und teilen, wo sie 2016 waren oder warum dieses Jahr für sie besonders wichtig war.

Passt bei mir wie gerufen, habe ich 2016 doch mein Leben komplett auf den Kopf gestellt, als ich beschlossen habe, in mein Sabbatical aufzubrechen – aus dem ich irgendwie nie zurückgekehrt bin.

Was ursprünglich als sechs Monate Auszeit geplant war, entwickelte sich zu einer Mischung aus Lebensumzug, Identitätskrise, Neuanfang gepaart mit einer Prise Surfabenteuer und einer Reihe an Entscheidungen, bei denen ich rückblickend denke: Mutig – oder leichtsinnig. Wahrscheinlich beides. Typisch Britta eben.

Zehn Jahre später sitze ich wieder oder immer noch in Portugal und nehme mir Zeit für meine ganz persönliche #10yearchallenge. Lass uns in die Zeitmaschine einsteigen.

Inhalt

Ich kündige meinen Job

2016 fängt für mich turbulent an. Ich bin als Marketingleitung in Stuttgart tätig und hatte Ende des Vorjahres meinen Chef um 6 Monate unbezahlte Auszeit gebeten; ich wollte ein Sabbatical in Portugal machen.

Er fand die Idee gut, tat sich aber schwer, eine passende Vertretung für mich zu finden. Bei unseren monatlichen Updates bat er mich immer wieder um etwas mehr Geduld für die Organisation. Für mich war das damals eine emotionale Achterbahnfahrt: Klappt es, ja oder nein? Wer vom internationalen Team wird mich vertreten? Kann die Person in der Zeit meine Wohnung übernehmen oder soll ich die untervermieten?

Als er mir im März 2016 dann eröffnet, dass es leider nicht möglich sei, mir die Zeit frei zu geben, hatte ich schon längst den Entschluss gefasst (und ihm auch kommuniziert), ich mache das Sabbatical auf jeden Fall – ob mit der Firma oder ohne.

Entsprechend vorbereitet hole ich nach seiner Absage meine vorgeschriebene Kündigung hervor, unterzeichne sie vor seinen Augen und schiebe sie ihm über den Tisch zu.

Ein Moment, in dem man äußerlich sehr souverän wirkt – während innerlich unzählige verschiedene Stimmen gleichzeitig schreien:

Was machst Du da?! Das ist Dein Traumjob! Und eine sichere Festanstellung! Du hast eine bezahlbare Wohnung in Stuttgart West! Jede Menge Möbel! Und noch mehr Krempel! Und Du willst das alles aufgeben … fürs Wellenreiten?!

Ja. Genau das.

Die ganze Geschichte habe ich übrigens hier verbloggt: Wie mich eine Maus an die Atlantikküste gespült hat.

Ich mit meinem Team und meinem Chef bei ghd posieren bei einem Fotoshooting vor weißer Leinwand.
Mein Team, Cheffe & ich bei einem Fotoshooting als ich noch Marketingleitung in Stuttgart war.

Ich breche zu meinem Sabbatical auf

Es folgen stressige Wochen, ich verkaufe fast alle meine Möbel über Kleinanzeigen und lebe die letzten Tage zwischen gepackten Umzugskartons. Diese parke ich – damals noch 60 an der Zahl – in der Garage bei meinen Eltern zwischen.

Ende Mai ist es dann so weit: Ich steige mit zwei großen Koffern, einer Reisetasche und einem Oneway Ticket in den Flieger nach Lissabon.

Erstes Ziel: Das kleine Fischerdörfchen etwa eine Stunde von der portugiesischen Hauptstadt entfernt, in dem ich zwei Jahre zuvor mit dem Surfen angefangen habe.

Der Plan: Dort vier Wochen zum Wellenreiten bleiben und von dort dann eine Wohnung in Lissabon suchen. Dort einen Sprachkurs besuchen, das Leben genießen und nach sechs Monaten zurück nach Good old Germany.

Was dann passiert, lässt sich ungefähr so zusammenfassen: Punkt 1 – Check, Punkt 2 – Check, Punkt 3 – ähem ja.

Denn das Leben kommt immer anders als gedacht: Mir gefällt es dort so gut, dass ich immer wieder verlängere – erst bis Mitte August, dann bis Ende Oktober und schließlich bis nach Weihnachten.

Neujahr stehe ich am menschenleeren Strand, schaue auf den Atlantik und frage mich: Warum eigentlich zurück? Mir gefällt die entschleunigte Zeit hier im Winter, die herzliche Art der Locals, das stressfreie Leben. Die Hauptstadt dagegen wirkt plötzlich laut, hektisch und… sehr großstädtisch. Und einfach zu nah an meinem alten Leben dran.

Dadurch, dass ich gekündigt habe, gibt es auch keinen festen Termin, zu dem ich wieder nach Deutschland zurück muss. Go with the Flow lautet die Devise. Und wenn man schon in einem Surfort lebt, ist das auch irgendwie thematisch passend.

Britta beim Surfen in ihrem Sabbatical in Portugal.

Ich entscheide mich für meinen Kopf

Der Ort, an dem ich lebe, lebt vom Tourismus – entsprechend wird vieles zum Mindestlohn vergütet.

Ich lebe zunächst von meinem Ersparten. Als das langsam zur Neige geht, nehme ich die unterschiedlichsten Jobs an. Sind Tätigkeiten, die meiner Marketingexpertise entsprechen, vor Ort doch rar gesät bzw. gar nicht vorhanden.

Ich jobbe in einer Coktailbar, arbeite als Surffotografin am Strand, übersetze Texte für Surfcamps, … Ende 2018 arbeite ich dann als Rezeptionistin in einem Hostel – und erleide eine kleine Sinnkrise.

Ich bin gewohnt, Initiative zu ergreifen, mit meinem Kopf zu arbeiten, Strategien zu entwickeln, Dinge voranzutreiben. Stattdessen habe ich die Spätschicht und warte darauf, dass Gäste einchecken wollen. Dazwischen warte ich darauf, dass Wasch­ma­schine und Trockner fertig sind und renne mit Handtüchern zwischen den Zimmern hin und her. Und der Rest der Zeit sitze ich an der Rezeption und warte weiter.

Mir fällt die Decke auf den Kopf. Es juckt mich zu sehr in den Fingern, wieder aktiv mit diesem zu arbeiten. Aber dann kommt die German Angst durch: Ich bin jetzt über zwei Jahre aus meinem Marketingjob raus. Online hat sich die Welt bestimmt komplett weitergedreht. Alle anderen wissen bestimmt längst Dinge, von denen ich noch nie gehört habe. Kurz: Ich bin überzeugt, dass ich hoffnungslos abgehängt bin.

Spoiler: War ich nicht. Aber das wusste ich damals noch nicht.

Ich drücke nochmal die Schulbank

Also – auch sehr typisch deutsch; denn Du kriegst das Mädel raus aus Deutschland, aber Deutschland nicht aus dem Mädel – beschließe ich, zurückzukehren und nochmal die Schulbank zu drücken. Ich melde mich für diverse Weiterbildungen an, um mich in all den Onlinemarketingbereichen offiziell zertifizieren zu lassen. Auch so typisch deutsch: Ohne Zertifikat kein Beleg.

Sechs Monate und – ich glaube – 8 Zertifizierungen später (wenn es Dich interessiert, hier geht es zu meinem Linkedin Profil 😉) habe ich es zwar Schwarz auf Weiß. Aber auch die Erkenntnis gewonnen, dass sich in meiner Abwesenheit online und im Marketing gar nicht so viel geändert hat.

Das Internet funktioniert immer noch nach dem gleichen Prinzip. Google gibt es auch noch. Und Menschen kaufen weiterhin von Menschen. Dafür müssen sie aber sichtbar sein. Wer hätte das gedacht.

Ich höre mehr auf mein Bauchgefühl

Mit den offiziellen Belegen, dass ich kann, was ich kann, begebe ich mich auf Jobsuche und habe schon bald das Angebot auf dem Tisch: Marketingleitung. Gute Bezahlung. Deutsches Traditionsunternehmen. Der sichere Weg zurück ins alte Leben.

Ich bin hin- und hergerissen. Einerseits klingt das vernünftig. Andererseits will ich eigentlich zurück nach Portugal. will ich doch eigentlich zurück nach Portugal. In der Not werfe ich eine Münze: Kopf bedeutet Job annehmen, Zahl Job absagen.

Die Münze landet auf Kopf.

Aber während sie durch die Luft segelt, ertappe ich mich dabei zu hoffen, dass sie auf Zahl landet. Und da habe ich meine Antwort: Mein Bauchgefühl hat entschieden; das ist, was ich wirklich will (ich kann diesen Münztrick übrigens nur wärmstens empfehlen).

Ich sage das Angebot ab, denn meine Entscheidung ist gefallen: Ich will nur noch selbstbestimmt und ortsunabhängig arbeiten.

Wie genau das funktionieren soll? Keine Ahnung. Aber irgendwer hat mal gesagt, man müsse nicht immer den ganzen Weg sehen – der nächste Schritt reicht. Und genau den gehe ich.

Ich mache mich selbstständig

Nachdem ich das Jobangebot ausgeschlagen habe, ist die logische nächste Frage: Und jetzt? Die Antwort lautet zunächst: Ähm… gute Frage.

Ich weiß nur eines: Ich möchte ortsunabhängig arbeiten und mein Marketingwissen nutzen. Also informiere ich mich, was es braucht, um ein Gewerbe anzumelden. Ein Formular und € 20,- später starte ich als Freelancerin in die Selbstständigkeit; mein Fokus: Strategie, Positionierung, Sichtbarkeit – all die Dinge, die ich aus meiner Zeit als Marketingleitung mitbringe.

Der Anfang ist… sagen wir mal, lehrreich. Denn während ich voller Begeisterung über Themen wie Marktanalyse, Zielgruppenverständnis oder Positionierung spreche, schauen mich viele Selbstständige ungefähr so an, als hätte ich vorgeschlagen, gemeinsam ihre Steuererklärung zu machen.

Stattdessen höre ich Sätze wie: „Ich möchte einfach ein paar schöne Posts auf Instagram machen.“ „Marketing ist doch heute ganz einfach – man muss nur sichtbar sein.“ „Positionierung und Zielgruppendefinition? Das schränkt mich doch nur ein.“

Kurz gesagt: Einerseits gilt Positionierung für viele als Zeitverschwendung, andererseits glauben erstaunlich viele Menschen, Marketing sei im Grunde selbsterklärend. Spoiler: Ist es nicht.

Also nutze ich die Zeit, meine eigene Website zu erstellen. Mit Webdesign bin ich bereits seit Schulzeiten vertraut; ich kann HTML & CSS. Inzwischen macht einem WordPress die Sache auch leichter, the Sky is the Limit.

Und dann passiert es: Eine Bekannte sieht meine Website und fragt, ob ich ihre überarbeiten kann. Sie hat diese von einem Webdeveloper erstellen lassen und ist mit dem Ergebnis alles andere als zufrieden. Zu viele Textwände, zu wenig Struktur – und vor allem keine Emotion, keine Story und kein roter Faden.

Mein erster Auftrag für ein Website Redesign. Ich sage zu und gehe in die Vollen. Und merke plötzlich, ich habe meinen Sweetspot gefunden: Genau an der Schnittstelle zwischen Sichtbarkeitsstrategie, klarer Positionierung und fundiertem Webdesign. Eine Website, die nicht nur hübsch aussieht, sondern Besucher:innen führt und Vertrauen aufbaut. Dabei Inhalte verständlich macht und am Ende auch Kund:innen gewinnt.

Kurz gesagt: Marketingstrategie in Websiteform. Aus Marketingberatung wird nach und nach Webdesign für Selbstständige.

Die ersten Kund:innen kommen über Weiterempfehlung. Dann kommt 2020 und das böse C. Plötzlich wollen – oder müssen – alle online gehen. Websites werden nicht mehr als „nice to have“ betrachtet, sondern als Must-have. Denn wenn ich online über Dich nichts finde, stellt sich schnell die Frage: Gibt es Dein Business dann überhaupt?

So nimmt auch mein Business Fahrt auf. Und ich realisiere: Diese spontane Entscheidung für die Selbstständigkeit war vielleicht gar nicht so verrückt.

WordPress Fehlermeldung: Es gibt einen kritischen Fehler auf deiner Website.
Mein erster Auftrag ist heute leider nicht mehr online.
Hätte sie mal in meine Wartung investiert, dann wäre das nicht passiert 😉

Ich bin Gastgeberin der MASOMECO Online Summit

Wenn man selbstständig ist, verbringt man viel Zeit damit, Dinge herauszufinden. Wie funktioniert dieses Tool?
Was bringt wirklich Sichtbarkeit? Welche Marketingtipps sind hilfreich – und welche nur heiße Luft?

Entsprechend buche auch ich verschiedene Onlinekurse und Programme. Und entdecke meine Vorliebe für Online Summits, vor allem aus dem englischsprachigen Raum. Bequem vom eigenen Schreibtisch teilnehmen, neue Dinge entdecken und sich Wissen aneignen.

So eine Summit will ich auch mal veranstalten. Rund um Marketingthemen. Mit Mehrwert. Und auf Deutsch. Aber „ein Ziel ohne Termin ist nur ein Traum“, und so wurde die Idee erst richtig spruchreif, als ich meine inzwischen Best Business Buddy Susanne Jestel kennenlerne und ihr von der Idee erzähle. Ihre Antwort: „Da bin ich dabei.“

So entsteht die Idee zur MASOMECO Online Summit. MASOMECO steht dabei für Marketing, Social Media & Content – und genau darum geht es auch.

Aber mit einem kleinen Unterschied zu vielen anderen online Events: Keine Bühne für Buzzwords und Inspirationssprüche. Keine Vorträge nach dem Motto: „Glaube an Dich / Manifestiere es nur und alles wird gut.“

Sondern konkrete Strategien und echte Tipps, die Selbstständige direkt im Anschluss umsetzen können. Wir erarbeiten ein Konzept und sprechen gut 20 potenzielle Speaker:innen an, deren Themen gut in den Kontext passen; fast alle sagen zu.

Und so findet die erste Summit 2021 statt, die nächste direkt im Folgejahr. Das Feedback durchgehend positiv. Und jedes Mal sitze ich am Ende davor und denke mir: Okay, das war größer und wirkungsvoller, als ich gedacht habe.

Wenn ich so darüber schreibe, juckt es mich so richtig in den Fingern, die nächste Ausgabe zu planen – denn Wissen teilen wird nie alt.

Best Business Buddy Susanne Jestel und ich beim Bewerben der MASOMECO Online Summit auf unserem Islandtrip.
Best Business Buddy Susanne Jestel und ich beim Bewerben der MASOMECO Online Summit auf unserem Islandtrip.

Ich starte meinen Newsletter

Seit 2020 habe ich bereits eine Newsletterliste, schreibe aber nur sporadisch und immer nur, wenn ich was anzubieten habe (der typische Kauf Du Arsch Modus; schuldig im Sinne der Anklage). Nicht gerade die romantischste Form der Kund:innenbeziehung – und eigentlich weiß ich es ja besser.

Der Wendepunkt kommt 2023 mit meinem virtuellen Adventskalender (auch ein Onlineformat, das ich liebe). 24 Tage lang habe ich jede Menge hilfreiche Tipps rund um Websites, WordPress, Elementor, Onlinesichtbarkeit, … geteilt. Nach der Weihnachtszeit waren die Türchen wieder zu und ich saß auf einmal auf jeder Menge hilfreichen Content, der aber nicht mehr zugänglich war.

Also beschließe ich, daraus jede Woche einen Blogartikel zu machen – und diesen in meinem Newsletter zu teilen.

So entsteht Website Weekly. Ein Newsletter für Selbstständige, Coaches und Dienstleister:innen, die ihre Website nicht nur besitzen wollen, sondern als Marketingtool nutzen. Mit Tipps, Tutorials, Tool-Empfehlungen und kleinen Quick Fixes für WordPress und Elementor.

Und das Beste daran: Seit ich nicht mehr versuche, krampfhaft etwas zu verkaufen, sondern einfach hilfreiche Inhalte teile, fällt mir das Schreiben der wöchentliche Ausgabe jetzt richtig leicht.

Manchmal sind die einfachsten Erkenntnisse halt die wichtigsten.

Ich bin übrigens großer Fan von Newslettern und habe selbst über 900 abonniert. Wie ich dabei nicht den Überblick verliere, kannst Du hier in meinem Blogartikel lesen: Ordnung in Deinem Postein­gang – meine 5 ultimativen Tipps

Ich werde Auslandsdeutsche

Während Corona pendle ich eine Zeit lang zwischen Portugal und Deutschland. Ein Fuß hier, einer dort. Und das funktioniert… sagen wir mal mittelmäßig.

Irgendwann kommt der Moment, in dem ich merke: Ich muss mich entscheiden. Der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, ist übrigens eine ziemlich absurde Weihnachtsgeschichte, die inzwischen Kultstatus in meinem Umfeld erreicht hat – die ich hier verbloggt habe: Eau de Pulpo und warum ich mich Weihnachten nicht vom Fleck bewege.

Also treffe ich eine Entscheidung: Ich breche endgültig alle Zelte in Deutschland ab und ziehe komplett mit allem nach Portugal. Nicht mehr halb-halb. Nicht mehr „Soll ich wirklich?“ Und vor allem nicht mehr endloses Warten an Flughäfen, verspätete Flüge und genervtes Personal.

Und nein, auch wenn ich in Portugal meinen Lebensmittelpunkt habe, hier meine Sozialversicherungen und Steuern zahle, habe ich nicht die portugiesische Staatsangehörigkeit, sondern bin weiterhin Deutsche; wenn inzwischen offiziell Auslandsdeutsche.

Ich kenne meine Grenzen und meinen Wert

Am Anfang meiner Selbstständigkeit wollte ich vor allem helfen. Allen. Immer. Und zu möglichst fairen Preisen.

Das hat, sagen wir mal, zu interessanten Erfahrungen geführt. Ich habe Extras gemacht, die nie vereinbart waren. Noch schnell dies angepasst, noch kurz das geändert. „Kleine“ Zusatzwünsche, die sich irgendwann zu ganzen Arbeitstagen summierten. Und natürlich gab es auch die endlosen Diskussionen über Preise – warum eine Website denn so viel kosten müsse, ob man da nicht noch etwas „machen könne“ oder ob ich vielleicht „für den Anfang“ günstiger arbeiten würde.

Meine Grenzen? Wurden in dieser Zeit, sagen wir mal, öfter großzügig überschritten. Nicht unbedingt, weil meine Kund:innen böse Absichten hatten – sondern weil ich selbst noch lernen musste, meinen Wert klar zu vertreten.

Inzwischen erkenne ich solche Red Flags ziemlich schnell. Und ich habe gelernt, dass gute Zusammenarbeit nur dann funktioniert, wenn beide Seiten sie ernst nehmen. Deshalb gehe ich heute bei meinen Preisen, meiner Arbeitsweise und meinen Grenzen keine faulen Kompromisse mehr ein.

Ich hatte zu Beginn meiner Selbstständigkeit übrigens auch zwei Onlinekurse angeboten, zu Onlinesichtbarkeit sowie Elementor – und die Idee, weitere zu erstellen, damit möglichst viele Selbstständige lernen können, wie sie ihre Website selbst bauen.

Mit der Zeit habe ich aber gemerkt: Es gibt gerade beim Webdesign einfach Wissen, das lässt sich nicht in sechs oder acht Wochen vermitteln. Denn eine professionelle Website besteht aus weit mehr als ein paar schönen Seitenlayouts. Da geht es um Strategie, Struktur, Nutzerführung, SEO, Technik, Ladezeiten, Barrierefreiheit, Content und vieles mehr … Kurz gesagt: Um Dinge, die man als Besucher:in oft gar nicht sieht – die aber darüber entscheiden, ob eine Website funktioniert oder nur existiert.

Wenn ich ein Haus bauen will, setze ich mich schließlich auch nicht erst hin und denke mir: „Ach, Sanitär, Elektrik und Fliesenlegen bringe ich mir mal eben über ein paar Onlinevideos bei.“ Nein – ich hole mir Profis. Und genau so sehe ich das inzwischen auch bei Websites.

Gleichzeitig habe ich gelernt, dass nicht jede Zusammenarbeit passt. Denn nicht jede Person möchte ihre Website wirklich als aktives Marketingtool nutzen.

Heute arbeite ich bewusst mit Selbstständigen, Coaches und Dienstleister:innen, die ihre Website nicht einfach nur „haben“ wollen – sondern sie strategisch einsetzen möchten. Menschen, die verstehen, dass eine Website kein einmaliges Projekt ist, sondern ein lebendiger Teil ihres Business, mit dem sie kontinuierlich arbeiten.

Und dass gute Arbeit auch ihren Wert hat. Weil ich mir Zeit nehme, das Business meiner Kund:innen wirklich zu verstehen, ihre Positionierung klar herauszuarbeiten, Inhalte so zu strukturieren, dass Besucher:innen sich sofort orientieren können und eine Website zu entwickeln, die nicht nur schön aussieht, sondern auch verkauft.

Viele meiner Kund:innen bleiben deshalb auch langfristig mit mir in Kontakt – als eine Art Technikflüsterin, Sparringspartnerin und Ideengeberin rund um ihre Website. Jemand, der technische Probleme löst, wenn plötzlich irgendetwas nicht mehr funktioniert, der neue Ideen für Inhalte und Optimierungen einbringt oder einfach erklärt, wie Dinge im Hintergrund der Website eigentlich funktionieren.

Denn ein großer Teil meiner Arbeit besteht nicht nur darin, Websites zu bauen, sondern auch darin, technische Themen verständlich zu machen. Ohne Fachchinesisch. Ohne Technikfrust. Dafür mit Geduld, klaren Erklärungen und dem Anspruch, dass meine Kund:innen am Ende wirklich verstehen, was sie da auf ihrer Website tun – und warum.

Diese Klarheit hat mein Business – und die Zusammenarbeit mit meinen Kund:innen – verändert.

Mehr zu meinem Angebot hier: Alles rund um Deine Website – so kannst Du mit mir zusammenarbeiten

Der Blick zurück – 2016 bis 2026

Zehn Jahre später schaue ich auf viele Entscheidungen zurück, die sich damals ziemlich unsicher angefühlt haben.

Kündigen.
Auswandern.
Selbstständig werden.
Angebote ablehnen.
Den eigenen Weg gehen.

Rückblickend waren genau diese Schritte die richtigen. Auch wenn ich sie damals oft mit einem Mix aus Mut, Bauchgefühl und einer Prise „Mal sehen, was passiert“ gegangen bin.

Und wenn mich jemand fragt, was ich aus diesen zehn Jahren gelernt habe, dann vermutlich das: Man muss nicht immer alles perfekt planen. Manchmal reicht es, der nächsten guten Welle zu folgen 🌊

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Ein Kommentar

  1. Ach der isländische Sommer – 13° Grad und Regen, dafür lecker warm im schwefelduftenden Freibad. Ich erinnere mich gerne! Wie schön, dass wir jetzt bald fünf der zehn Jahre gemeinsam durch dick und dünn gehen. Cheers und auf die nächsten Jahre.
    BBB Susanne

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