Die 5 häufigsten Anfängerfehler bei Deiner Business Website – und wie Du sie vermeidest

Deine Business Website ist schick, aber keiner bucht? Vermeide diese 5 typischen Anfängerfehler & verwandle Dein „Bastelprojekt“ in ein echtes Marketingtool!

Eine eigene Business Website zu erstellen, fühlt sich am Anfang oft an wie der Einzug in ein neues Büro: Die Schlüssel wiegen schwer in der Hand, die Wände sind noch leer und weiß – und plötzlich gibt es unendlich viele Möglichkeiten: Welche Farben passen? Welche Schriftarten strahlen Kompetenz aus? Alles wirkt wichtig. Alles will entschieden werden. Und genau hier passieren die ersten typischen Anfängerfehler.

Dieser Artikel richtet sich an Dich, wenn Du gerade dabei bist, Deine erste Business Website aufzubauen – oder wenn Du merkst, dass Deine Website zwar „fertig“, aber irgendwie wirkungslos ist. Die gute Nachricht: Die meisten Probleme haben nichts mit fehlendem Talent oder Technikverständnis zu tun. Sie entstehen, weil grundlegende strategische Entscheidungen übersprungen werden.

Ich zeige Dir hier die 5 häufigsten Anfängerfehler, die ich immer wieder sehe – und vor allem: Wie Du sie vermeiden kannst, ohne Dich zu überfordern oder den Spaß an Deiner Website zu verlieren.

Inhalt

Websitefehler Nr. 1: Deine Website hat kein definiertes Hauptziel

Auch bekannt als das Gemischtwarenladensyndrom.

Warum ist das ein Fehler?

Stell Dir vor, Du betrittst ein Geschäft und der Verkäufer ruft Dir gleichzeitig zu: „Kauf ein Buch! Hier gibt es Kaffee! Trag Dich in meine Liste ein! Willst Du ein Beratungsgespräch? Schau Dir mein Video an!“ Mit großer Wahrscheinlich stolperst Du direkt rückwärts wieder zur Tür raus.

Genau das passiert, wenn Deine Website kein klares Hauptziel hat: Niemand weiß, was sie oder er dort eigentlich tun soll. Informieren? Kontakt aufnehmen? Etwas buchen? Den Newsletter abonnieren?

Ohne ein klares Ziel bietest Du Deinen Besucher:innen eine verwirrende Auswahl statt einer klaren Führung. „A confused mind doesn’t buy“ – und verwirrte User:innen klicken im Zweifel gar nicht.

So vermeidest Du diesen Websitefehler

Dein Nordstern, das Primärziel. Lege für Deine Website ein Hauptziel fest. Das ist die Handlung, die für Dein Business den größten Wert hat, weil sie direkt zu Umsatz oder wertvollen Anfragen führt. Überlege Dir genau: Was ist der eine Schritt, den User:innen tun sollen, bevor sie Deine Seite wieder verlassen?

  • Ein Kontaktformular ausfüllen?
  • Direkt ein Kennenlerngespräch in Deinem Kalender buchen?
  • Ein Produkt in Deinem Shop kaufen?
  • Sich eine Demoversion Deiner Software herunterladen?

Wenn Du dieses Ziel kennst, wird es zum Kompass für alles andere. Die Struktur Deiner Seite, die Platzierung Deiner Buttons und sogar Deine Texte ordnen sich diesem einen Ziel unter. Deine Website wird dadurch nicht „weniger“, sondern fokussierter. Deine Besucher:innen fühlen sich an die Hand genommen, weil Du ihnen genau sagst, wo die Reise hingeht.

Die Brückenbauer, Deine Sekundärziele. Natürlich ist nicht jede:r Besucher:in sofort bereit, „Ja“ zu sagen, zu buchen oder zu kaufen. Hier kommen die Sekundärziele ins Spiel. Sie sind dazu da, Vertrauen aufzubauen und den Kontakt zu halten, auch wenn der Kauf noch in (weiter) Ferne liegt.

Typische Beispiele hierfür sind die Anmeldung zu Deinem Newsletter, das Ansehen eines Erklärvideos oder der Klick auf Deine „Über mich“-Seite. Diese Ziele unterstützen das Hauptziel, indem sie die Besucher:innen tiefer in Deine Welt ziehen.

Die goldene Regel lautet hier: Weniger ist mehr. Konzentriere Dich pro Seite auf eine zentrale Hand­lungs­auf­forderung (Call to Action). Wenn Du Deinen Besucher:innen zu viele verschiedene Optionen gleichzeitig gibst, führt das oft dazu, dass sie am Ende gar nicht handeln. Ein Hauptziel und ein unterstützendes Ziele (wie Anmeldung zu Deinem Newsletter oder das Lesen eines begleitenden Blogartikels) sind völlig ausreichend, um die Nutzungsführung nicht zu überladen.

Die Ziele sind dabei nicht in Stein gemeißelt. Ein wichtiger Punkt, der Dir den Druck nehmen darf: Deine Websiteziele dürfen – und sollten – mit Deinem Business mitwachsen. Am Anfang ist Dein Hauptziel vielleicht noch der Aufbau Deiner eMailliste und das sammeln von Kontakten, während es ein Jahr später die Buchung eines hochpreisigen Mentoringprogramms sein kann. Das ist völlig okay!

Pro-Tipp: Nutze die SMART-Methode, um Deine Website-Ziele zu prüfen. Sie sollten spezifisch, messbar, erreichbar, relevant und zeitgebunden sein. Statt „Ich will mehr Kunden“, setze Dir lieber das Ziel: „Ich möchte in den nächsten 3 Monaten 10 Erstgespräche über mein Buchungsformular generieren.“

Websitefehler Nr. 2: Deine Website hat keine klar definierte Zielgruppe

Oder die allgegenwärtige Angst, jemanden auszuschließen.

Warum ist das ein Fehler?

Die Annahme „Mein Angebot ist eigentlich für alle gut“ ist der größte Feind Deines Marketingerfolgs. Wenn Du versuchst, jede:n anzusprechen, fühlt sich am Ende niemand so richtig gemeint. Deine Texte bleiben dann oft vage und klingen wie eine höfliche Grußkarte: Nett, aber nicht wirklich relevant.

Wer ein spezifisches Problem hat, sucht nach einer spezifischen Lösung – und nicht nach einem „Bauchladen“, der alles so ein bisschen macht.

So machst Du es besser

Trau Dich, Kante zu zeigen. Frage Dich einmal ganz ehrlich: Für wen ist meine Website eigentlich nicht gedacht? Wenn Du zum Beispiel Ordnungscoach für gestresste Mütter bist, dann ist Deine Seite eben nicht für Junggesellen gedacht, die ihr Gamingzimmer aufräumen wollen. Wenn Du als Businesscoach Führungskräfte in großen Konzernen dabei unterstützt, souveräner zu kommunizieren, dann ist Deine Website nicht für Soloselbstständige im Homeoffice gemacht, die gerade ihr erstes Produkt kommunizieren und verkaufen wollen. Wenn Du Brandingfotografin für kreative Unternehmer:innen bist, dann ist Deine Seite eben nicht für das Brautpaar gedacht, der jemanden sucht, der Gäste und die Torte auf der Hochzeit knipst.

Indem Du Deine Wunschkund:innen klar definierst und ihre spezifischen Sorgen, Wünsche und Wörter nutzt, erzeugst Du einen „Klickmoment“. Dein Gegenüber muss das Gefühl haben: „Wahnsinn, die Person schreibt genau über mich!“

Typische Fragen, die Du Dir beantworten solltest:

  • Wer ist Deine Wunschkund:in?
  • Mit welchem Problem kommt diese Person auf Deine Website?
  • Was wünscht sie sich stattdessen?
  • Wie kannst Du ihr dabei helfen?

Sprich Deine Zielgruppe direkt an und lass die anderen getrost weiterziehen. Eine Website, die polarisiert, zieht die richtigen Menschen an und stößt die falschen ab – und das ist gut so.

Websitefehler Nr. 3: Du startest mit Design statt mit Klarheit

Auch bekannt als die Fassade streichen, bevor das Fundament steht.

Warum ist das ein Fehler?

Es ist so verlockend: Moderne Designtools machen es Dir einfach, direkt mit buten Farben, schönen Bildern, unterhaltsamen Animationen und schicken Schriftarten loszulegen. Du kannst Stunden damit verbringen, den perfekten Blauton zu finden, hast aber noch kein Wort darüber geschrieben, was Du eigentlich verkaufst. Das ist so, als würdest Du die Vorhänge für ein Haus aussuchen, von dem noch nicht einmal die Grundmauern stehen.

Denn schönes Design ersetzt keine klare Botschaft.

So vermeidest Du diesen Websitefehler

Zwinge Dich dazu, das Design erst einmal links liegen zu lassen. Bevor Du das erste Layoutelement platzierst, brauchst Du Klarheit über Deine Botschaft. Was bietest Du konkret an? Welches Problem löst Du? Welche Inhalte müssen auf welche Seite?

Erstelle Dir am besten eine grobe Struktur auf Papier oder in einem einfachen Textdokument. Erst wenn das inhaltliche Gerüst steht, kommt das Design ins Spiel. Denn Design hat eine Aufgabe: Es soll Deine Botschaft unterstützen und lesbar machen, nicht von ihrer Abwesenheit ablenken. Ein schickes Design ohne Inhalt ist wie eine wunderschöne Geschenkverpackung, die leider leer ist. Design unterstützt Klarheit – es erzeugt sie (leider) nicht.

Websitefehler Nr. 4: Deine Websitetexte haben keine Struktur

Oder warum Textwüsten Deine Leser:innen verdursten lassen.

Warum ist das ein Fehler?

Die traurige Wahrheit: Menschen lesen im Internet nicht Wort für Wort – sie scannen. Das ist ein faszinierender Kontrast, der viele Selbstständige (besonders die Akademiker:innen unter uns) erst einmal Überwindung kostet. In der Schule und an der Uni haben wir gelernt, linear zu schreiben. Eine Website erfordert aber visuelles Schreiben.

Hier ein paar Beispiele zur Veranschaulichung:

1. Der Spannungsbogen: Krimi vs. Schlagzeile

  • Schule/Uni: Wir bauen ein Argument langsam auf. Wir leiten her, analysieren und kommen am Ende – nach 15 Seiten oder mehr – zum Fazit. Wer das Fazit zuerst liest, schummelt.
  • Web: Hier gilt das Prinzip der umgekehrten Pyramide. Das Wichtigste (das Fazit) kommt zuerst. Die Besucher:innen wollen in den ersten 3 Sekunden wissen: „Was habe ich davon?“ Wenn sie das wissen, lesen sie vielleicht den Rest.

2. Die Beweisführung: Vollständigkeit vs. Scannbarkeit

  • Schule/Uni: Ein guter Text ist lückenlos. Schachtelsätze sind ein Zeichen von Intelligenz, und jedes Detail muss präzise ausgearbeitet sein. Ein Absatz endet erst, wenn der Gedanke zu Ende ist (oft nach einer halben Seite).
  • Web: Ein guter Text ist effizient. Kurze Sätze wirken wie kleine Belohnungen für das Gehirn. Absätze sind keine logischen Einheiten, sondern visuelle Pausen. Ein Absatz mit 10 Zeilen ist im Web eine „Textwüste“, in der die Leser:innen „verdurstet“, bevor sie am Absatzende angekommen sind.

Die Zielsetzung: Überzeugen durch Tiefe vs. Leiten durch Klarheit

  • Schule/Uni: Wir schreiben, um zu beweisen, dass wir ein Thema durchdrungen haben. Der Text ist ein Monolog.
  • Web: Wir schreiben, um eine Handlung auszulösen. Der Text ist ein Dialog. Wir „sprechen“ mit den Leser:innen und nutzen Fettdruck, Zwischenüberschriften und Bullet Points als Wegweiser, damit sie sich nicht verlaufen oder auf dem Weg die Lust verlieren.

Wenn Du Deinen Besuchern riesige, graue Textblöcke ohne Absätze vorsetzt, signalisierst Du ihrem Gehirn sofort: „Das hier wird anstrengend.“ Selbst wenn Du die wertvollsten Tipps der Welt in diesen Blöcken versteckst, werden die meisten Leser:innen vorzeitig abspringen, weil die visuelle Hürde zu hoch ist.

Websites werden nicht gelesen. Sie werden gescannt.

Lange Textblöcke ohne Absätze, klare Überschriften oder Hervorhebungen wirken anstrengend – selbst wenn der Inhalt gut ist. Wichtige Aussagen gehen unter, Leser:innen springen ab.

So machst Du es besser

Schreibe so, wie Du eine gute Geschichte erzählen würdest, aber verpacke sie „häppchenweise“. Nutze aussagekräftige Überschriften und Zwischenüberschriften, die den Inhalt so gut zusammenfassen, dass man den Text darunter fast gar nicht mehr lesen müsste.
Arbeite mit kurzen Absätzen von maximal 3 bis 4 Sätzen. Nutze Listen und Aufzählungszeichen, um Informationen aufzulockern, und setze wichtige Begriffe in Fettdruck.

Eine gute Faustregel ist: Deine Besucher:innen sollten allein durch das Überfliegen der Überschriften verstehen, worum es geht und welchen Nutzen sie bei Dir finden. Mach es Deinen Leser:innen so einfach wie möglich, Dir zu folgen.

Websitefehler Nr. 5: Deine Website hat keine oder nur unklare Handlungsaufforderungen

Oder warum „Abwarten und Teetrinken“ keine gute Marketingstrategie ist.

Warum ist das ein Fehler?

Du hast eine tolle Seite, super Texte und ein schönes Design – und am Ende lässt Du Deine Besucher:innen einfach im Regen stehen. Viele Selbstständige haben Hemmungen, klar zu sagen, was der nächste Schritt ist. Sie hoffen, dass Kunde:innen schon von selbst auf die Kontaktseite oder den Kaufen-Button finden.

Aber im Netz sind wir ungeduldig und brauchen Führung. Ohne eine klare Aufforderung, was jetzt zu tun ist, verpufft das Interesse Deiner User:innen im Nichts.

So vermeidest Du diesen Websitefehler

Sei ein:e mutige:r Gastgeber:in und sag Deinen Gästen, wo es langgeht. Jede Seite braucht eine klare Handlungsaufforderung, einen sogenannten Call to Action. Formuliere diesen so konkret wie möglich. Statt eines schüchternen „Mehr erfahren“ oder „Hier klicken“, nutze klare Ansagen, die den Vorteil für Deine Kund:innen betonen.

Beispiele wären:

  • „Jetzt Deinen Kennenlerntermin sichern“
  • „Ja, ich will das gratis Workbook“
  • „Lass uns Dein Projekt gemeinsam starten“

Platziere diese Buttons gut sichtbar im Sichtfeld Deiner Besucher:innen. So gibst Du ihnen Orientierung und nimmst ihnen die Entscheidung ab, wie es weitergeht. Denn Hand aufs Herz: Du betreibst ein Business. Ein klarer Call to Action ist kein Aufdrängen, sondern ein Service: Er zeigt Deinem Gegenüber: „Hier lang geht’s zur Lösung.“ Deine Website darf leiten, sie darf führen und sie darf vor allem eines: Ergebnisse für Dich generieren.

Fazit: So startest Du wirklich leicht und sinnvoll mit Deiner Business Website

Eine gute Business Website entsteht nicht durch Perfektion, sondern durch Klarheit.
Wenn Du:

  1. ✅ ein klares Hauptziel definierst
  2. ✅ Deine Zielgruppe kennst
  3. ✅ Inhalte vor Design stellst
  4. ✅ Texte strukturiert schreibst
  5. ✅ klare nächste Schritte anbietest

hast Du bereits mehr richtig gemacht als die meisten 😁

Und Deine Website darf mit Dir wachsen. Sie ist kein statisches Denkmal, sondern ein lebendiges Werkzeug, das sich mit Deinem Business weiterentwickelt. Wenn Du die Grundlagen – Zielgruppe, Fokus und klare Struktur – beachtest, hast Du bereits einen riesigen Vorsprung.

Deine Website muss auch nicht sofort perfekt sein. Es reicht, wenn sie ehrlich ist, Deine Wunschkund:innen anspricht und sie sicher zum Ziel führt. Aus dem anfänglichen „Ich bastle da mal was“ wird so Schritt für Schritt ein professioneller Auftritt, der für Dich arbeitet.

Viele der genannten Fehler lassen sich vermeiden, wenn Du Dir vor dem Erstellen Deiner Website die richtigen Fragen stellst. Genau dafür habe ich diesen Artikel geschrieben: „Von der Idee zur Website: Diese 10 Fragen solltest Du bereits vor dem Erstellen Deiner Website beantworten können“ – eine ehrliche Grundlage für alle, die nicht planlos starten wollen.

Du hast die Basis definiert, aber die Technik bremst Dich aus?

Vielleicht hast Du Deine Zielgruppe und Deine Botschaft schon klar vor Augen, aber beim Gedanken an WordPress, Elementor und das ganze „Drumherum“ schleicht sich ein ungutes Gefühl ein? Keine Sorge, Du musst das Rad nicht neu erfinden oder Dich allein durch die Technik kämpfen.

Wenn Du Dir eine Website wünschst, die nicht nur schick aussieht, sondern strategisch für Dich arbeitet und technisch auf einem soliden Fundament steht, lass uns gemeinsam schauen, wie ich Dich unterstützen kann.

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2 Kommentare

  1. Danke Britta für diese hilfreichen Tipps. Da werde ich meine Webseite gleich nochmal überarbeiten. Vor allem „keine Textwüsten, Leserinnen scannen“ nehme ich mir zu Herzen!
    Liebe Grüße, Barbara

    1. Hallo Barbara,

      es freut mich, dass meine Tipps hilfreich für Dich sind 😊
      Ja, beim Texten für Websites muss man etwas umdenken.
      Viel Spaß beim Überarbeiten Deiner Website!

      LG

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Hier teile ich mein Wissen rund um modernes Webdesign und gebe Dir Tipps, wie Du Deine Website in eine Marketing­maschine verwandelst, die Dein Angebot auch dann verkauft, wenn Du im Urlaub bist oder Zeit mit Deinen Liebsten verbringst.
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