How to Widerruf auf der Website einrichten

Widerruf auf der Website einrichten – aber wie? Mit WordPress & Elementor ist es einfacher als Du denkst. In meinem Video zeige ich es Dir Schritt für Schritt.

Ab dem 19. Juni 2026 gilt eine neue Pflicht für alle, die über ihre Website digitale Produkte, Onlinekurse, eBooks oder andere Leistungen an Endverbraucher:innen verkaufen: Ein sogenannter Widerrufsbutton bzw. eine direkte Widerrufsmöglichkeit muss auf der Website bereitstehen. Was genau dahinter steckt und wie Du das konkret mit WordPress und Elementor umsetzt, zeige ich Dir in diesem Video.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Vimeo. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Was ist diese digitale Widerrufsfunktion auf der Website aka der Widerrufsbutton überhaupt?

Genau genommen ist der Begriff „Widerrufsbutton“ etwas irreführend, denn das Gesetz schreibt keinen Button vor – ein einfacher Textlink im Footer genügt vollständig. Eingebürgert hat sich der Begriff trotzdem, weil er eingängig ist und das Prinzip auf den Punkt bringt: Ein klar sichtbarer, direkter Weg zum Widerruf, ohne langes Suchen.

Der Widerrufsbutton bietet Deinen Kund:innen die Möglichkeit, einen bei Dir online geschlossenen Vertrag unkompliziert widerrufen zu können – direkt auf Deiner Website, ohne langes Suchen nach einem PDF-Download oder dem Weg über eine eMail. Das Widerrufsrecht selbst ist nicht neu, lediglich der Prozess ändert sich jetzt: Er muss genauso einfach sein wie der Kauf selbst.

Rechtliche Grundlage ist dabei der neue § 356a BGB, mit dem Deutschland die EU-Richtlinie 2023/2673 umsetzt, die besagt, dass Verbraucher.innen online abgeschlossene Verträge über Waren oder Dienstleistungen genauso einfach widerrufen können, wie sie sie abgeschlossen haben – also direkt auf der Website.

Inhalt

Wer ist betroffen?

Die Pflicht gilt für Dich, wenn Du über Deine Website Verträge mit Verbraucher:innen abschließt und dabei ein gesetzliches Widerrufsrecht besteht. Das betrifft also zum Beispiel den Verkauf von Onlinekursen, Mitgliedschaften, eBooks oder anderen digitalen Inhalten direkt über Deine Website.

Nicht betroffen bist Du, wenn Du ausschließlich an andere Unternehmen (B2B) verkaufst, Verträge offline oder per eMail abschließt oder Produkte anbietest, bei denen grundsätzlich kein Widerrufsrecht besteht.

Was muss diese Widerrufsfunktion leisten?

Das Gesetz stellt konkrete Anforderungen: Die Funktion muss auf jeder Seite Deiner Website gut sichtbar und leicht erreichbar sein – typischerweise im Footer. Sie sollte mit „Vertrag widerrufen“ oder einer eindeutig gleichbedeutenden Formulierung beschriftet sein. Sie darf nicht hinter einem Login versteckt sein. Außerdem muss sie zu einem Formular führen, in dem Deine Kund:innen ihre Daten und den betreffenden Vertrag angeben können. Nach dem Absenden benötigen sie eine Eingangsbestätigung – auf dem Bildschirm und per eMail.

Was passiert, wenn Du es nicht umsetzt?

Ohne Widerrufsbutton riskierst Du Abmahnungen. Außerdem kann sich die Widerrufsfrist bei fehlender oder fehlerhafter Umsetzung auf über ein Jahr verlängern – das ist ein echtes unternehmerisches Risiko, das sich mit ein bisschen Vorlaufzeit leicht vermeiden lässt.

Wie Du jetzt vorgehst

Die gute Nachricht: Diese Funktion lässt sich mit überschaubarem Aufwand umsetzen. Im Folgenden zeige ich Dir Schritt für Schritt, wie Du einen rechtskonformen Widerruf und das dazugehörige Formular auf Deiner WordPress Website mit Elementor Pro einrichtest.

„Vertrag widerrufen“ auf Deiner WordPress Website einrichten – Schritt für Schritt mit Elementor Pro

So setzt Du die Funktion technisch um:

Schritt 1: Die benötigten Seiten anlegen

Du brauchst für diesen Prozess genau zwei Seiten: Das Widerrufsformular und die Eingangsbestätigung, auf die Deine Kund:innen nach dem Absenden weitergeleitet werden. Vergib der Formularseite die URL [vertrag-widerrufen] und lege die Bestätigungsseite dann direkt als Unterseite von „Vertrag widerrufen“ an.

Schritt 2: Widerrufsformular erstellen

Das Formular sollte folgende Pflichtfelder haben:

  • Vor- und Nachname
    Den vollständigen Namen der Person
  • Zur Zuordnung
    Bestell-, Rechnungs- oder Kundennummer oder die E-Mail-Adresse an, mit der bestellt bzw. gekauft wurde, um den entsprechend Vertrag zuordnen zu können.
  • eMailadresse
    Die Adresse, an die die Eingangsbestätigung gesendet werden soll.

Bei Bedarf kannst Du noch ein optionales Kommentarfeld anlegen, in dem Dir die Person weitere Angaben ergänzen kann.

Der Absendebutton sollte klar mit „Widerruf bestätigen“ gekennzeichnet sein und vergiss unter dem Formular nicht den Link zu Deiner Datenschutzerklärung.

Schritt 3: Aktion nach dem Versenden

Hier richtest Du vier Aktionen ein:

  1. Einsendungen sammeln
    Elementor speichert die Formulareingaben automatisch in Deiner Datenbank und Du kannst sie jederzeit im Backend unter „Elementor > Übermittlungen“ einsehen.
    Das ist insofern hilfreich, wenn es beim Übermitteln der Infos Probleme gibt. Denk aber daran, die Einsendungen nach eine bestimmten Zeit wieder zu löschen (die DSGVO lässt grüßen).
  2. E-Mail (die eMail an Dich)
    Diese Mail informiert Dich über jeden eingegangenen Widerruf. Du prüfst ihn und meldest Dich dann mit einer klaren Rückmeldung bei der Person: Entweder mit der Bestätigung, dass der Widerruf anerkannt wird und eine Erstattung eingeleitet wird – oder, falls der Widerruf nicht wirksam ist, mit einer nachvollziehbaren Begründung.
  3. E-Mail 2 (Bestätigungsmail an die Person)
    Diese eMail dient als Eingangsbestätigung und sollte deshalb auch Datum und Uhrzeit des Eingangs dokumentieren. Der Text kann wie folgt lauten:
    Hallo [Shortcode Name],
    ich habe Deine Widerrufserklärung erhalten.
    Bitte beachte, dass diese Nachricht ausschließlich den Eingang Deiner Widerrufserklärung bestätigt. Eine Annahme oder Anerkennung des Widerrufs ist damit nicht verbunden. Ich werde Deine Erklärung prüfen und anschließend auf Dich zukommen.
    Liebe Grüße, [Dein Name]
    Zur Übersicht noch einmal Deine Angaben: [Shortcode Alle Felder]

    Datum, Uhrzeit
  4. Weiterleitung auf die Bestätigungsseite
    Dies dient als sofortige Info über den Eingang des Widerrufs

Schritt 4: Eigene Fehlermeldungen einrichten

Ein oft übersehener, aber wichtiger Schritt: Erkläre Deinen Kund:innen, was passiert – vor allem, wenn etwas schiefläuft. Nutze dafür die Option, im Formular „Eigene Nachrichten“ zu aktivieren und passe die Texte wie folgt an:

  • Nachricht erfolgreich versandt:
    Das Formular wurde erfolgreich versandt. Du wirst gleich weitergeleitet.
  • Formfehler:
    Ein Fehler ist aufgetreten, das Formular konnte nicht versandt werden. Bitte überprüfe deine Angaben.
  • Serverfehler:
  • Das Formular konnte aufgrund eines Serverfehlers nicht versandt werden. Warte bitte einen Moment und lade die Seite neu.
  • Ungültiges Formular
    Etwas ist schiefgelaufen. Das Formular ist ungültig. Bitte wende Dich an den Support unter [email].
  • Pflichtfeld:
    Dieses Feld ist erforderlich.

Schritt 5: Bestätigungsseite gestalten

Lege die Bestätigungsseite an, der über den Eingang der Widerrufserklärung informiert. Der Text kann dazu wie folgt lauten:

Dein Widerruf ist eingegangen.

Vielen Dank, ich habe Deine Widerrufserklärung erhalten. Dir geht nun parallel eine Eingangsbestätigung mit Zusammenfassung Deiner Angaben per E-Mail an die von Dir angegebene Mailadresse zu. Ich werde Deinen Widerruf nun prüfen und mich in Kürze bei Dir melden.

Bitte beachte, dass es sich hierbei ausschließlich um eine Eingangsbestätigung handelt, eine Annahme oder Anerkennung des Widerrufs ist mit dieser Bestätigung nicht verbunden.

Verknüpfe diese Seite mit dem Formular als Weiterleitung, so dass sie nach dem erfolgreichen Absenden der Erklärung erscheint.

Schritt 6: Link in den Footer einbinden

Der Link „Vertrag widerrufen“ muss auf jeder Seite Deiner Website leicht zugänglich sein – typischerweise im Footer. Er darf nicht erst nach einem Login erscheinen.

Ein einfacher Textlink reicht vollkommen aus. Es muss kein gestalteter Button sein – wichtig ist, dass der Link klar beschriftet, gut sichtbar und ohne Umwege erreichbar ist.

Verknüpfe ihn mit der Formularseite, auf der das Widerrufsformular eingebunden ist.

Schritt 7: Testen, testen, testen

Bevor Du die Seiten veröffentlichst, teste den gesamten Prozess einmal durch: Fülle das Formular mit echten Daten aus und klicke auf „Widerruf bestätigen“. Prüfe dann:

  • Erscheint die Erfolgsmeldung?
  • Wirst Du auf die Bestätigungsseite weitergeleitet?
  • Ist der Widerruf im Backend unter „Elementor > Übermittlungen“ mit Datum und Uhrzeit gespeichert?
  • Ist die Bestätigungsmail an die angegebene Adresse angekommen?
  • Ist die Benachrichtigungsmail an Dich angekommen?

Wenn alle fünf Punkte stimmen, ist Deine Umsetzung vollständig und bereit zur Veröffentlichung.

Sollten die Bestätigungsmails Deiner Website nicht ankommen, hilft Dir vermutlich dieser Beitrag weiter:
👉 Hilfe, meine Kontakt­anfrag­en verschwinden im Nirwana! Was Du tun kannst, wenn die Mails Deiner Web­site nicht an­kommen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Über mich
Britta Just lächelt in die Kamera.
Hi, ich bin Britta 🖐️
Hier teile ich mein Wissen rund um modernes Webdesign und gebe Dir Tipps, wie Du Deine Website in eine Marketing­maschine verwandelst, die Dein Angebot auch dann verkauft, wenn Du im Urlaub bist oder Zeit mit Deinen Liebsten verbringst.
Aktuelles
Mock-up des eBooks "Meine Tipps für eine konvertierende Summit Landingpage"
Meine Tipps für eine konvertierende Summit Landingpage

Hol Dir mein eBook mit Tipps für eine konvertierende Summit Landingpage inklusive Checkliste 👇

Suche