Wie beeinflusst meine Persönlichkeit im Business meinen Arbeitsstil, meine Entscheidungen & mein Marketing? Und warum es sich lohnt, sein eigenes Ding zu machen.
Bist Du eher introvertiert oder extrovertiert? Analytisch oder kreativ? Planst Du am liebsten alles bis ins letzte Detail oder brauchst Du Freiheit, um spontan entscheiden zu können? Und was hat das eigentlich mit Deinem Business zu tun?
Ich habe den Myers-Briggs-Typenindikator (ein weltweit bekannter Persönlichkeitstest, der Menschen anhand von vier Dimensionen in 16 verschiedene Persönlichkeitstypen einteilt) inzwischen mit einigem zeitlichen Abstand mehrfach gemacht. Das Ergebnis? Ich lande zwar immer bei den Diplomaten, aber mal bin ich ENFP, die Aktivistin, mal bin ich eher INFP, die Mediatorin. Zwei Persönlichkeitstypen, die sich vor allem in einer Dimension unterscheiden: Extraversion oder Introversion. Offenbar kommt es bei mir darauf an, wann und unter welchen Umständen ich den Test mache 😉
Wenn Du selbst neugierig bist, welcher Typ bei Dir herauskommt, kannst Du hier den kostenlosen Persönlichkeitstest von 16Personalities machen. Nimm das Ergebnis am besten als Anregung, Dich selbst besser kennenzulernen, und nicht als Schublade, in die Du Dich für den Rest Deines Lebens einsortieren musst.
Denn genau darum geht es mir bei diesem Thema: Wie gut kenne ich mich selbst eigentlich? Was brauche ich, um gut arbeiten zu können? Was fällt mir leicht, was kostet mich Energie, und welche meiner Eigenschaften machen mich und meine Arbeit aus?
Ich habe mir diese Fragen für mein Business genauer angesehen. Dabei ist mir aufgefallen, dass meine Persönlichkeit nicht einfach nur beeinflusst, wie ich meinen Arbeitsalltag gestalte. Sie steckt auch in meiner Art, mein Business zu führen, Marketing zu machen, mit Kund:innen zusammenzuarbeiten und technische Herausforderungen zu lösen.
Inhalt
Introvertiert in der Menge, extrovertiert im persönlichen Austausch
Wenn Du mich in einer größeren Gruppe erlebst, bin ich vermutlich eher die Introvertierte. Zu viele Menschen, zu viel Lärm und zu viele soziale Interaktionen hintereinander ziehen mir Energie. Ich brauche Zeit für mich, ausreichend Schlaf und die Möglichkeit, mich zurückzuziehen. Auch körperliche Bewegung hilft mir dabei, meinen Kopf freizubekommen. Eine Surfsession oder eine Runde Yoga sind für mich deshalb mehr als ein netter Zeitvertreib; ich nenne sie meine „Moving Meditation“, die mir helfen, den Kopf wieder klar zu bekommen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass ich nicht gern mit Menschen arbeite. Ganz im Gegenteil! Tiefgehende Gespräche, gemeinsames Nachdenken und viel Lachen gehören zu den Dingen, die mir Energie geben. Vor allem im direkten Austausch mit einer Person kann ich richtig aufblühen.
Das spiegelt sich auch in meiner Arbeit wider. Ich mag es, mich in die Situation meiner Kund:innen hineinzudenken, Fragen zu stellen, Zusammenhänge zu erkennen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Ich muss dafür nicht ständig unter Menschen sein oder möglichst viele Kontakte sammeln. Mir ist wichtiger, dass der Austausch inhaltlich etwas bringt und wir wirklich miteinander arbeiten können.
Vielleicht erklärt das auch, warum ich mich mit persönlicher Beratung, individuellen Websiteprojekten und Sparring so wohlfühle. Ich möchte nicht einfach möglichst viele Websites produzieren, sondern verstehen, wer hinter einem Unternehmen steckt, welche Menschen die Website erreichen soll und was sie leisten muss.
Und wenn ich dabei komplizierte technische Zusammenhänge so erklären kann, dass mein Gegenüber plötzlich erleichtert sagt: „Ach, das ist gar nicht so kompliziert!“, dann freue ich mich mindestens genauso wie über eine gelungene Gestaltung.
Mein analytisches Hirn und meine künstlerische Ader sind ein gutes Team
Ich kann mich stundenlang in technische Zusammenhänge vertiefen, Probleme analysieren und nach einer Lösung suchen. Gleichzeitig liebe ich Gestaltung, Farben, Typografie und die Entwicklung neuer Ideen. Ich möchte verstehen, wie etwas funktioniert, aber ich möchte auch, dass es gut aussieht und sich sinnvoll anfühlt.
Lange bevor ich mich selbstständig gemacht habe, war Marketing ein wichtiger Bestandteil meines Berufslebens. Heute verbinde ich diese Erfahrung mit Webdesign, WordPress, Elementor und technischem Know-how. Das eine funktioniert für mich nicht ohne das andere.
Eine Website ist schließlich nicht einfach eine hübsche digitale Visitenkarte. Sie muss die Persönlichkeit eines Unternehmens (gerne einer One-Woman/Man-Show) widerspiegeln, Inhalte verständlich vermitteln, Menschen durch die Website führen und im besten Fall dabei helfen, passende Kund:innen zu gewinnen. Dafür braucht es sowohl einen Blick für Gestaltung als auch ein Verständnis für die Strategie und die Technik dahinter sowie die Menschen, die die Website nutzen.
Meine Kund:innen spiegeln mir diese Kombination immer wieder zurück. Sie schätzen nicht nur das Design oder die technische Umsetzung, sondern auch meine Fähigkeit, ihre Ideen weiterzudenken, Probleme zu erkennen und individuelle Lösungen zu finden.
Eine Kundin hatte beispielsweise ihre Website selbst mit Elementor aufgebaut. Grundsätzlich funktionierte alles, aber über die Zeit hatten sich viele kleine Unstimmigkeiten eingeschlichen: Uneinheitliche Schriften, ungünstige Abstände und eine unübersichtliche Seitenleiste. Sie wollte kein komplett neues Design, sondern das Bestehende aufräumen und verbessern. Genau das haben wir gemacht. Ich habe Typografie, Hierarchien und Lesbarkeit überarbeitet, technische Anpassungen vorgenommen und dafür gesorgt, dass die verschiedenen Bestandteile der Website gestalterisch zusammenpassen. Gleichzeitig habe ich ihr gezeigt, wie sie mit den neuen Vorlagen selbst weiterarbeiten kann.
Das Ergebnis war nicht nur ein ruhigerer, besser lesbarer Blog. Sie hatte auch wieder Lust, an ihrer Website zu arbeiten, und konnte die Erkenntnisse Schritt für Schritt auf den Rest ihrer Seite übertragen. Für mich ist genau das die spannende Verbindung aus Analyse und Kreativität: Ein Problem verstehen, eine passende Lösung entwickeln und sie so umsetzen, dass sie im Alltag tatsächlich funktioniert.
Ich brauche Freiheit, um gute Lösungen zu finden
Ich mag es, eigene Ideen zu entwickeln und sie anschließend auch selbst umzusetzen. Ich bin gern kreativ, probiere Möglichkeiten aus und denke über den Tellerrand hinaus. Wenn ich eine interessante Idee habe, möchte ich mich damit beschäftigen und herausfinden, was daraus werden kann. Was mich dagegen ziemlich schnell auslaugt, sind starre Regeln und Vorschriften, deren Sinn sich mir nicht erschließt. Wenn über meinen Kopf hinweg entschieden wird, wie ich etwas zu machen habe, oder wenn mich zu viele Anforderungen gleichzeitig in unterschiedliche Richtungen ziehen, wird es anstrengend.
Das bedeutet nicht, dass ich keine Struktur mag. Ganz im Gegenteil: Gerade bei Websiteprojekten sind klare Abläufe, eine durchdachte Planung und technische Sorgfalt wichtig. Ich möchte nur verstehen, warum wir etwas auf eine bestimmte Weise machen, und genügend Spielraum haben, um die beste Lösung für die jeweilige Situation zu finden.
Vielleicht lässt sich meine Arbeitsweise deshalb am besten so beschreiben: Ich brauche Struktur, damit ein Projekt funktioniert, aber Freiheit, damit ich meine Stärken einbringen kann. Das gilt auch für meine eigenen Projekte. Mit dem Happy Webvent entwickle ich beispielsweise jedes Jahr neue Ideen, wie Selbstständige ihre Website besser für ihr Marketing nutzen können. Dabei verbinde ich Wissen, Technik und kreative Umsetzung. Ich habe Freude daran, aus einer Idee etwas Konkretes zu machen, das anderen Menschen wirklich weiterhilft.
Gleichzeitig muss ich darauf achten, mich nicht in zu viele Richtungen gleichzeitig ziehen zu lassen. Viele Ideen zu haben ist schließlich wunderbar. Sie alle gleichzeitig umsetzen zu wollen, ist dagegen nicht unbedingt ein Erfolgsrezept. Auch wenn mein Kopf das manchmal anders sieht.
Menschen und Werte beeinflussen meine Entscheidungen
Bei Entscheidungen spielen für mich nicht nur Zahlen, Fakten und technische Möglichkeiten eine Rolle. Ich möchte auch wissen, welche Auswirkungen eine Entscheidung auf die Menschen hat, mit denen ich arbeite.
Das zeigt sich besonders in meiner Zusammenarbeit mit Kund:innen. Ich möchte verstehen, was sie erreichen wollen, welche Voraussetzungen sie mitbringen und wie viel sie selbst übernehmen möchten. Manche wünschen sich eine komplett neue Website, andere brauchen Unterstützung bei einem ganz bestimmten Problem. Wieder andere möchten ihre Website selbst pflegen, aber die technische Wartung lieber in professionelle Hände geben.
Für mich gibt es dabei keine Lösung von der Stange. Ich möchte die Unterstützung anbieten, die zur jeweiligen Situation passt.
Ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit ist deshalb, technische Zusammenhänge verständlich zu erklären. Ich möchte nicht, dass meine Kund:innen das Gefühl haben, ohne mich völlig hilflos vor ihrer Website zu stehen. Wenn sie ihre Inhalte selbst aktualisieren, neue Blogartikel veröffentlichen oder kleinere und auch mal etwas größere Änderungen vornehmen möchten, sollen sie das mit dem nötigen Wissen und Selbstvertrauen tun können.
Viele meiner Kund:innen erwähnen in ihrem Feedback genau diesen Aspekt. Sie schätzen, dass ich nicht nur etwas für sie umsetze, sondern ihnen auch zeige, wie sie anschließend selbst damit arbeiten können. Manche entscheiden sich später bewusst dafür, bestimmte Aufgaben dauerhaft an mich abzugeben, weil sie ihre Zeit lieber für andere Dinge nutzen möchten.
Beides ist für mich völlig in Ordnung. Selbstständigkeit bedeutet für mich nicht, alles allein machen zu müssen. Sie bedeutet, selbst entscheiden zu können, was man selbst übernimmt und wobei man sich Unterstützung holt.
Ich möchte meine Kund:innen befähigen, nicht bevormunden. Und ich möchte mit Menschen arbeiten, die meine Art zu denken, meine Werte und meine Arbeitsweise schätzen. Das ist für mich eine wesentlich bessere Grundlage für eine Zusammenarbeit als ein möglichst perfekter Match auf dem Papier.
Marketing muss zu mir passen – nicht umgekehrt
Wenn ich mir anschaue, wie ich mein eigenes Marketing mache, erkenne ich viele dieser Eigenschaften wieder.
Ich teile mein Wissen im Blog, schreibe meinen Newsletter und entwickle Formate wie den Happy Webvent, mit denen ich Menschen praktische Impulse für ihre Website mitgeben kann. Dabei geht es mir nicht darum, möglichst laut zu sein oder jeden Marketingtrend mitzumachen. Ich möchte Menschen erreichen, die sich für meine Themen interessieren, meine Art zu kommunizieren mögen und Vertrauen zu mir aufbauen können.
Ich glaube fest daran, dass Menschen bei Menschen kaufen, die sie kennen, mögen und denen sie vertrauen. Deshalb verstehe ich Marketing nicht nur als Mittel, um möglichst schnell einen Abschluss zu erzielen. Für mich geht es auch darum, Beziehungen aufzubauen, Wissen zu teilen und Menschen die Möglichkeit zu geben, mich und meine Arbeit kennenzulernen.
Das passt zu mir, weil ich gern erkläre, Zusammenhänge sichtbar mache und mein Wissen weitergebe. Gleichzeitig kann ich dabei selbst entscheiden, welche Formate zu mir passen und wie ich sie gestalte. Ich muss nicht jeden Tag ein Video veröffentlichen, auf jeder Veranstaltung präsent sein oder mich auf eine Weise vermarkten, die sich für mich unnatürlich anfühlt. Natürlich gehört es zu einem Business, sichtbar zu sein und Angebote zu machen. Aber wie ich das umsetze, darf zu meiner Persönlichkeit passen.
Mein Blog ist dafür ein gutes Beispiel. Eine Kundin hat mich über einen Blogartikel kennengelernt und schon vor unserer Zusammenarbeit viel Wissen aus meinen Inhalten mitgenommen. Später hat sie mich für die Überarbeitung ihres Blogs beauftragt. Genau so wünsche ich mir Marketing: Menschen bekommen einen Eindruck davon, wie ich denke und arbeite. Sie können für sich entscheiden, ob das zu ihnen passt. Und wenn wir zusammenarbeiten, wissen beide Seiten schon ein bisschen besser, worauf sie sich einlassen.
Das bedeutet übrigens nicht, dass ich immer nur das mache, was mir leichtfällt. Auch ich muss mich um Sichtbarkeit, Angebote und die Weiterentwicklung meines Business kümmern. Aber ich möchte dafür Wege finden, die langfristig zu mir passen, statt mich ständig in ein vermeintlich erfolgreiches Marketingmodell hineinzupressen.
Was ich daraus für mein Business mitnehme
Je länger ich mich mit meiner Persönlichkeit und meiner Arbeitsweise beschäftige, desto klarer wird mir, dass ich mich nicht auf eine einzelne Eigenschaft reduzieren muss. Ich kann in einer großen Gruppe zurückhaltend sein und mich gleichzeitig in einem intensiven Gespräch sehr wohlfühlen. Ich kann analytisch denken und kreativ arbeiten. Ich kann klare Strukturen schätzen und trotzdem Freiheit brauchen. Ich kann Kund:innen dabei helfen, ihre Website selbst zu pflegen, und ihnen gleichzeitig anbieten, technische Aufgaben dauerhaft zu übernehmen. Das widerspricht sich nicht. Es beschreibt unterschiedliche Seiten von mir, die je nach Situation zum Tragen kommen.
Natürlich hat das auch Konsequenzen für mein Business. Ich brauche genügend Zeit für konzentriertes Arbeiten, Freiraum für eigene Ideen und einen Ausgleich zu den Aufgaben, bei denen ich viel mit anderen Menschen kommuniziere. Ich arbeite besonders gern an Projekten, bei denen ich denken, gestalten, erklären und konkrete Lösungen entwickeln kann. Und ich möchte mit Kund:innen zusammenarbeiten, die meine fachliche Kompetenz ebenso schätzen wie meine individuelle Herangehensweise.
Das heißt nicht, dass ich jeden Tag perfekt nach meinen Bedürfnissen arbeiten kann. Selbstständigkeit bringt schließlich auch Aufgaben mit sich, auf die man nicht immer Lust hat 😂 Aber je besser ich verstehe, wie ich ticke, desto bewusster kann ich entscheiden, wie ich mein Business gestalten möchte.
Der Myers-Briggs Test kann dabei ein interessanter Ausgangspunkt sein. Ob bei mir nun ENFP oder INFP herauskommt, ist letztlich weniger entscheidend als die Erkenntnisse, die ich aus der Beschäftigung mit mir selbst gewinne. Denn eine Persönlichkeit ist kein Businessplan. Sie ist auch keine Ausrede, um sich nicht weiterzuentwickeln. Sie kann aber dabei helfen, die eigenen Stärken besser zu verstehen, Grenzen ernst zu nehmen und eine Arbeitsweise zu finden, die langfristig funktioniert.
Und wenn ich mir anschaue, was meine Kund:innen an meiner Arbeit schätzen, dann ist es gerade die Kombination aus technischem Wissen, kreativen Ideen, verständlicher Kommunikation und persönlicher Zusammenarbeit, die immer wieder auftaucht. Vielleicht ist genau das der wichtigste Punkt: Ich muss nicht versuchen, eine andere Unternehmerin zu sein. Ich darf ein Business aufbauen, das zu mir passt – mit all den Eigenschaften, die mich ausmachen.
Und wie tickst Du?
Hast Du schon einmal einen Persönlichkeitstest gemacht und Dich in seinem Ergebnis wiedererkannt? Oder hast Du eher das Gefühl, dass Du je nach Situation ganz unterschiedliche Seiten von Dir zeigst?
Mich interessiert besonders, ob Du Deine Persönlichkeit bewusst bei der Gestaltung Deines Business berücksichtigst. Hast Du Deine Arbeitsweise, Dein Marketing oder Deine Angebote schon einmal verändert, weil Du gemerkt hast, dass etwas nicht zu Dir passt?
Erzähl mir gern in den Kommentaren davon. Ich bin gespannt, welche Erfahrungen Du so gemacht hast.