Ich wollte Selbstständigen mal beibringen, ihre Website selbst zu bauen – warum ich das heute anders sehe

Früher wollte ich Selbstständigen beibringen, wie sie ihre Website selbst erstellen. Warum ich das heute anders sehe, verrate ich Dir hier.

Noch gar nicht so lange ist es her, dass eine Pandemie uns dazu zwang, unser Leben und unsere Arbeit verstärkt ins Internet zu verlagern. Plötzlich war vieles, was vorher selbstverständlich offline stattfand, nur noch digital möglich: Beratungsgespräche, Kurse, Verkauf, Austausch mit Kund:innen …

Für viele Selbstständige wurde in dieser Zeit schlagartig klar: Eine eigene Website ist kein „nice to have“ mehr, sondern für das eigene Business überlebensnotwendig. Wer sichtbar bleiben wollte, brauchte einen Ort im Internet, der unabhängig von Social Media funktioniert und an dem Angebote, Inhalte und Kontaktmöglichkeiten gebündelt sind.

Mit der gestiegenen Nachfrage boomte gleichzeitig ein Versprechen: Du kannst Dir Deine Website ganz einfach selbst erstellen. Onlinekurse schossen aus dem Boden, Tutorials wurden millionenfach angeschaut, und überall hieß es: Mit den richtigen Tools ist eine Website heute schnell gebaut – auch ohne technisches Vorwissen.

Und ich muss zugeben: Auch ich fand diese Idee damals ziemlich gut. Als Webdesignerin habe ich selbst mit dem Gedanken, einen Onlinekurs zu entwickeln, in dem ich Selbstständigen Schritt für Schritt zeige, wie sie ihre Business Website mit WordPress und Elementor selbst erstellen können. Selbstlernkurse waren damals schließlich der heiße Scheiß – und es schien eine wunderbare Möglichkeit zu sein, mein Wissen „skalierbar“ weiterzugeben. Die Lizenz zum Gelddrucken quasi.

Heute sehe ich das anders. Warum ich meine Meinung über Onlinekurse zum Thema Website selbst erstellen geändert habe – und was ich stattdessen für sinnvoller halte – darum geht es in diesem Artikel.

Inhalt

So habe ich früher über Onlinekurse zum Website selbst erstellen gedacht

Vor ein paar Jahren war ich überzeugt: Wenn Selbstständige nur einen gut strukturierten Kurs bekommen, können sie ihre professionelle Website ganz einfach selbst erstellen.

Die Idee dahinter klang logisch: WordPress installieren, Elementor aufmachen, Seiten zusammen klicken, Bilder hochladen, Texte einfügen, fertig. Die Tools sind ja schließlich da. Viele bieten inzwischen Drag & Drop (dabei lassen sich Elemente per Maus oder Touch anklicken und an bestimmte Stellen ziehen, um Inhalte einfach und ohne Programmierkenntnisse zu gestalten oder zu verändern); das ist fast schon intuitiv – für alle.

Und ja, technisch gesehen stimmt das sogar. Die Einstiegshürde ist tatsächlich niedriger geworden (wenn ich da an meine ersten Webdesignausflüge Anfang der 2000er erinnere, als der HTML Code nicht laufen wollte, weil irgendwo ein Semikolon oder eine Klammer fehlte …). Was früher echte Programmierkenntnisse erfordert hat, lässt sich heute mit ein paar Klicks erledigen. Mit der richtigen Schritt für Schritt-Anleitung sollte das doch funktionieren, oder?

Aber genau hier liegt das Problem: Eine Website zusammen klicken ist nicht dasselbe wie eine gute Website erstellen. Eine wirklich gute Business Website braucht viel mehr als ein schönes Layout:

  • eine klare Struktur
  • eine durchdachte Nutzerführung
  • strategisch aufgebaute Inhalte
  • schnelle Ladezeiten
  • gute mobile Darstellung
  • Suchmaschinenfreundlichkeit
  • barrierearme Umsetzung

Und das sind nur einige der Faktoren. Als ich anfing, mich intensiver mit all diesen Themen zu beschäftigen, ist mir klar geworden: Eine gute Website besteht aus viel mehr „moving parts“ (frei übersetzt: kleine Stellschrauben), als ein klassischer Selbstlernkurs abbilden kann.

Warum ich meine Meinung geändert habe

Der Wendepunkt kam nicht an einem bestimmten Tag. Es war eher ein Prozess. In der Zusammenarbeit mit meinen Kund:innen – egal, ob es um das komplett neue Erstellen einer Business Website oder das Redesign einer bestehenden Seite ging – habe ich immer wieder Selbstständige gesehen, die unglaublich viel Zeit in ihre Website gesteckt haben. Sie haben stundenlang Tutorials geschaut und Plugins verglichen, neue Layouts ausprobiert, Einstellungen angepasst und Fehler gesucht. Und damit Wochen verbracht, manchmal sogar Monate.

Und am Ende standen sie trotzdem oft vor denselben Fragen: Warum fühlt sich die Website nicht stimmig an? Warum finden Besucher:innen nicht, was sie suchen? Warum läuft die Seite auf der mobilen Ansicht auf einmal quer? Warum dauert jede kleine Änderung so ewig?

Dabei sind es echt kompetente Personen: Berater:innen, Therapeut:innen, Coaches, Texter:innen, Künstler:innen – Leute, die in ihrem Bereich wirklich gut sind. Die brennen für das was sie tun, und ihre Kund:innen mit ihrer Arbeitsleistung begeistern, die einen echten Mehrwert liefern.

Und dann verlieren sie sich Wochen darin, herauszufinden, warum ihre Schriftart auf dem iPhone anders aussieht als auf dem Desktop oder warum der eine Button auf einmal nicht mehr tut, was er soll.

Das ist, gelinde gesagt, eine ziemliche Verschwendung von wertvoller Zeit und Energie. Genau da habe ich angefangen umzudenken.

Heute weiß ich: Eine professionelle Website ist ein Profijob

Eine wirklich gute Business Website zu erstellen ist kein Bastelprojekt für ein langes Wochenende oder einen sechswöchigen Kurs – es ist ein komplexer Prozess, bei dem es nicht nur darum geht, ein hübsch anzusehenden Design zu kreieren und fancy Funktionen zu integrieren, sondern bei dem viel mehr Dinge ineinandergreifen müssen.

Es geht um Strategie: Wie ist die Seite aufgebaut, damit Besucher:innen intuitiv den richtigen Weg finden (Stichwort Nutzer:innenführung und Conversions)? Wie ist sie formuliert, damit die richtigen Menschen sich angesprochen fühlen (Stichwort Positionierung und Zielgruppe)? Wie ist sie technisch umgesetzt, damit Google sie mag und sie auf dem Handy genauso gut funktioniert wie am Rechner (Stichwort Suchmaschinenoptimierung und Responsiveness)? Wie sieht es mit rechtlichen Pflichten aus (Stichwort DSGVO und Barrierearmut)? Und wie ist sie aufgebaut, damit Du sie in zwei Jahren noch selbst pflegen kannst, ohne jedes Mal in Schweißausbrüche zu verfallen,wenn ein Up-Date ansteht?

Das sind alles keine Raketenwissenschaftthemen – aber sie sind auch nicht so einfach in einem Videotutorial erklärbar, das einem zeigt, wie man einen Button einfügt oder die Schriftgröße einstellt.

Deshalb denke ich heute: Die Erstellung einer Business Website sollte man Profis überlassen. Nicht weil Selbstständige das nicht könnten, wenn sie genug Zeit reinstecken würden. Sondern weil ihre Zeit schlicht zu wertvoll dafür ist.

Ich denke da immer an Jaques, den Fotografen, der Vogelhäuschen zimmert. Was es genau mit ihm auf sich hat, liest Du in diesem Blogartikel von mir: Die Wahrheit über den DIY Website Trend – verschwendest Du als Selbstständige Deine wertvollste Ressource?

Was Selbstständige stattdessen wirklich lernen sollten

Hier ist aber die Sache, die ich trotzdem wichtig finde: Wer seine Website komplett aus der Hand gibt und dann nie wieder reinschaut, der verliert die Kontrolle – zwar nicht über sein Leben, aber über sein wichtigstes Kommunikationsmittel. Und das ist auch keine gute Idee.

Was Selbstständige brauchen, ist nicht das technische Wissen, um eine Website von Grund auf zu bauen – sondern das Handwerkszeug, um mit ihrer fertigen Website souverän zu arbeiten. Texte aktualisieren, wenn sich das Angebot ändert. Einen neuen Blogartikel veröffentlichen oder einen neue Landingpage anlegen. Ein Bild austauschen. Kleinigkeiten anpassen, ohne dass dafür jedes Mal eine Agentur beauftragt werden muss.

Das ist der Unterschied zwischen abhängig und handlungsfähig sein. Und genau diese Handlungsfähigkeit ist es, die langfristig Zeit, Geld und vor allem eine Menge Nerven spart. Ich nenne es Hilfe zur Selbsthilfe und vermittle das auch immer meinen Kund:innen.

Und bevor hier ein falscher Eindruck entsteht: Wenn Du Deine Website selbst mit einem Onlinekurs erstellt hast, ist das super – all power to you ✌️ Denn ganz ehrlich: Lieber so starten als gar nicht. Für viele ist das ein wichtiger, erster Schritt, um online sichtbar zu werden. Manchmal reicht das auch für die eigenen Bedürfnisse völlig aus.

Ich arbeite mit Selbstständigen, die ihre Website zu einem aktiven Marketingtool entwickeln wollen – da stößt eine selbstgeschusterte Website langfristig oft an ihre Grenzen.

Und ja: Ich weiß, dass ich mit dieser Meinung anecke

Mir ist völlig klar, dass ich mit dieser Haltung nicht nur auf Zustimmung stoße. Und natürlich kann man mir jetzt vorwerfen: „Na klar sagst Du das. Du bist ja Webdesignerin und verdienst Dein Geld damit.“ Stimmt tatsächlich.

Ich bin definitiv nicht uneigennützig unterwegs. Aber meine Haltung ist dabei auch ziemlich entspannt: Wenn Du Dir zutraust, Deine Website selbst zu erstellen – go for it! Just do it! Ach ne, eben nicht [Kurzes Wortspiel mit meinem Nachnamen …] Spaß beiseite, probier Dich aus, sammle Erfahrungen, mach Dein Ding.

Wenn Du aber merkst, dass Du Dich verzettelst, unsicher bist oder willst, dass Deine Website mehr ist als nur „irgendwie online“ – dann hol Dir Unterstützung. Nicht, weil Du es nicht könntest. Sondern weil es manchmal einfach klüger ist, es nicht alleine bzw. alles selbst machen zu müssen 😉

Warum eine Community oft mehr bringt als ein Kurs

Noch etwas hat sich in meiner Sichtweise verändert: Eine Website ist kein Projekt, das man irgendwann „fertig“ hat und dann in die Schublade legt. Sie lebt und atmet: Neue Angebote kommen dazu, Texte entwickeln sich, das Business verändert sich. Und mit ihm die Website.

Ein einmaliger Onlinekurs kann das kaum abbilden. Was wirklich hilft, ist aktive Begleitung. Ein Ort, an dem man konkrete Fragen stellen kann und Feedback bekommt.

Wo jemand mitdenkt, wenn man selbst nicht mehr weiterkommt, wo Austausch mit Gleichgesinnten motiviert und inspiriert. Denn manchmal reicht schon ein kleiner Impuls von außen, damit man wieder ins Tun kommt, anstatt sich weiter im Kreis zu drehen: Jemand, den sie konkret fragen können. Jemand, der draufschaut und sagt: „Mach das so – und lass das lieber.“ Jemand, der sie sanft in die richtige Richtung stupst, wenn sie sich verzetteln.

Das hört sich gut an? Dann lass uns reden.

Wenn Du gerade an dem Punkt bist, an dem Du weißt, dass Deine Website eigentlich mehr tun sollte – mehr Menschen ansprechen, klarer kommunizieren, besser funktionieren – aber Du nicht so recht weißt, wo Du anfangen sollst: Dann ist meine Website Werkstatt vielleicht genau das Richtige für Dich.

Die Website Werkstatt ist ein Arbeitsraum für Selbstständige, die ihre Website Schritt für Schritt weiterentwickeln wollen – aber nicht mehr alleine davor sitzen möchten. Du bringst Deine konkreten Baustellen mit, ich bringe Struktur, Feedback und den Blick von außen. Kein Durcharbeiten von Videokursen, die Du nie zu Ende schaust. Sondern echtes Tun, mit jemandem an Deiner Seite und im Kreis mit anderen Selbstständigen.

Wenn Du neugierig bist, ob das zu Dir passt, dann buch Dir gerne ein kostenloses Kennenlerngespräch. Wir schauen gemeinsam, wo Du gerade stehst und ob und wie ich Dich dabei unterstützen kann, dass Deine Website endlich das tut, was sie tun soll – ich freue mich auf Dich 😊

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Britta Just lächelt verschmitzt in die Kamera.
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2 Kommentare

  1. Liebe Britta, ich erlebe gerade genau das Gegenteil. Ich bin selbständig, habe einen hervorragenden 6 Monatskurs gebucht und meine Webseite läuft bisher sehr gut. Dank super strukturiertem Kurs, hervorragenden Vorlagen die ich dann auf meine Zwecke angepasst, erweitert habe. Zusätzlich gibt es im Kurs die Community. Was ich nicht für möglich gehaltern habe, ist mit Beatrice Krammer möglich geworden. Ich bin sehr dankbar dafür.

    1. Hallo Sabine,

      vielen Dank für Deinen Kommentar und mega, dass Du Dir für Deine Website sechs Monate Zeit nehmen konntest, um Dich in die Materie einzuarbeiten.

      Und tatsächlich bestätigst Du damit auch genau den Punkt, der mir im Artikel wichtig war: Du hattest mit dem Kurs von Beatrice nicht nur Inhalte, sondern auch Struktur, Vorlagen und vor allem die begleitende Unterstützung durch sie als Ansprechpartnerin und die Community an Deiner Seite.

      Ich wünsche Dir weiterhin viel Spaß mit Deiner Website 😊
      GaLiGrü

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