Bye-bye Ja-zu-jedem: Warum ich Menschen am Anfang ihrer Selbstständigkeit keine professionelle Website mehr verkaufe

Eine professionelle Website ist nicht der erste Schritt in der Selbstständigkeit. Warum ich manchen davon abrate und wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist.

Ich verdiene meinen Lebensunterhalt mit dem Erstellen von Websites – und trotzdem sage ich Menschen, die gerade frisch in die Selbstständigkeit starten, heute immer häufiger: Investier‘ Dein Geld noch nicht in eine professionelle Website bei mir.

Das klingt im ersten Moment vielleicht widersprüchlich. Schließlich könnte ich solche Aufträge einfach annehmen und schöne Websites bauen. Aber genau das möchte ich nicht mehr. Denn eine Website ist kein Selbstzweck und auch kein Ersatz für ein noch nicht gefestigtes Business. Warum, erzähle ich Dir hier.

Kurz gesagt:
Eine professionell gebaute Website ist eine Investition im mittleren vierstelligen Bereich und lohnt sich erst, wenn ein Business steht, also mit erprobtem Angebot, klarer Posi­tio­nie­rung und ersten Kund:innen.

Bei Menschen, die gerade erst starten, entwickelt sich dieses Fundament oft erst noch, und dann kostet eine professionelle Website Geld und Nerven, bevor sie etwas zurückgeben kann. Deshalb arbeite ich heute primär mit etablierten Unternehmer:innen und begleite Einsteiger:innen auf einem anderen Weg.

Inhalt

Eine professionelle Website kann ein unglaublich wertvolles Werkzeug sein, keine Frage. Sie schafft Vertrauen, macht Deine Expertise sichtbar, kann Interessent:innen überzeugen und langfristig neue Kund:innen gewinnen. Aber sie funktioniert am besten dann, wenn die Grundlage bereits vorhanden ist.

Eine Website kann Deine Positionierung sichtbar machen. Sie kann Dir aber nicht abnehmen, diese Positionierung erst einmal zu entwickeln. Genau diese Erkenntnis hat meine Arbeitsweise in den letzten Jahren verändert.

Eine professionelle Website ist nicht der Anfang eines Business – sie ist ein Verstärker

Was mir bei vielen Businessanfänger:innen auffällt: Sie machen sich schon direkt am Anfang ausführlich Gedanken über ein schickes Logo und ein passendes Farbschema, über professionelle Fotos und dann natürlich auch über eine knorke Website. Vollkommen verständlich, ein eigener Onlineauftritt fühlt sich nach „echtem Business“ an. Sie gibt Dir das Gefühl, endlich professionell aufzutreten und loszulegen.

Das Problem: Eine Website baut auf mehr als diesen Entscheidungen auf. Sie braucht ein klares Angebot, eine verständliche Positionierung und ein Gefühl dafür, welche Menschen eigentlich angesprochen werden sollen.

Fehlt dieses Fundament, wird der Websiteprozess schnell unnötig kompliziert. Inhalte werden immer wieder angepasst, Strukturen verändert und Entscheidungen hinterfragt. Nicht, weil die Website schlecht geplant ist, sondern weil die wichtigen Fragen davor noch nicht beantwortet wurden.

Drei Fälle haben in den letzten Jahren meine Sicht darauf besonders geprägt.

Erst muss sich Dein Business beweisen

Der Fall: Die perfekte Website zum falschen Zeitpunkt

Vor einiger Zeit habe ich für eine Kundin eine Website gebaut, die gerade den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt hatte. Es war ein rundum durchdachtes Projekt mit klarer Struktur, stimmigen Texten und Design, und Bildern aus einem eigenen Fotoshooting, das sie extra dafür hatte machen lassen. Am Ende stand eine Website, mit der sie stolz in die Sichtbarkeit gehen konnte.

Ein knappes Jahr später war die Website wieder offline. Nicht, weil die Zusammenarbeit oder das Ergebnis nicht gut gewesen wären; sondern weil meine Kundin entschieden hatte, dass die Selbstständigkeit für sie zu diesem Zeitpunkt doch nicht der richtige Weg war und sie zurück in die Festanstellung geht.

Rückblickend hätte ich sie ermutigen sollen, ihre Idee erst mit kleineren Mitteln zu testen, bevor sie mehrere Tausend Euro in eine Website steckt. Denn ob ein Business trägt, zeigt sich nicht daran, wie professionell der Onlineauftritt ist, sondern ob Menschen bereit sind, für das Angebot zu bezahlen.

Diese Erfahrung hat mir gezeigt: Eine Website sollte nicht der Test sein, ob eine Geschäftsidee funktioniert; sie sollte der nächste Schritt sein, wenn sich die Idee bereits bewährt hat.

Die beste Website hilft nicht, wenn die Basis nicht steht

Fall 2: Wenn die Website zur Suche nach der eigenen Positionierung wird

Eine weitere Erfahrung hat mir gezeigt, wie wichtig Klarheit vor dem Websitebau ist. Denn da gab es noch das Projekt, bei dem die Websiteerstellung fast zwei Jahre gedauert hat. Nicht, weil die technische Umsetzung besonders umfangreich gewesen wäre, sondern weil die wichtigste Frage noch nicht beantwortet war: Wofür steht dieses Business eigentlich? Inhalte wurden erstellt, überarbeitet und wieder verworfen. Angebote wurde angepasst, Zielgruppen wurden neu definiert und dann begann das Spiel von vorne.

Heute arbeite ich anders. Bevor wir mit dem eigentlichen Websitebau beginnen, schauen wir gemeinsam darauf, ob das Fundament stimmt. Ich stelle mehr Fragen, gebe mehr Struktur und unterstütze meine Kund:innen dabei, die wichtigen Entscheidungen vorab zu treffen.

Denn eine Website ist immer nur so gut wie die Positionierung dahinter. Selbst mit Budget, Commitment und einem Profi an Deiner Seite kommst Du nicht voran, solange Dir die Klarheit über Dein eigenes Angebot fehlt. Eine Website kann diese Klarheit sichtbar machen, sie kann sie aber nicht ersetzen.

Vor dem Websitebau müssen die Grundlagen stehen, nicht nur das Design

Fall 3: Eine Website löst keine ungeklärten Rahmenbedingungen

Eine andere Kundin wollte sich neben ihrer Festanstellung eine Selbstständigkeit aufbauen, und eine Website sollte ihr Angebot professionell sichtbar machen. Diese bekam sie auch. Was sie zu spät auf dem Schirm hatte: Ihr Angebot stand in direkter Konkurrenz zu dem ihres Arbeitgebers, und das Okay dafür hatte sie vorab nicht schriftlich eingeholt. Der fand das gar nicht gut. Das Ende vom Lied: Sie musste ihre Website wieder offline nehmen.

Das war eine sehr unangenehme Situation, zeigt aber auch etwas Wichtiges: Eine Website ist immer nur der sichtbare Teil. Darunter liegt das Fundament, und dazu gehören nicht nur Texte und Design, sondern neben Angebot und Positionierung auch Fragen wie: Sind rechtliche Themen geklärt? Habe ich die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen?

Bei vielen dieser Punkte kann ich meine Kund:innen begleiten und auf wichtige Aspekte hinweisen. Aber manche Entscheidungen müssen getroffen sein, bevor wir gemeinsam in ein größeres Websiteprojekt einsteigen.

Mit wem ich heute am liebsten arbeite

Diese Erfahrungen haben dazu geführt, dass ich heute sehr viel bewusster auswähle, mit wem ich zusammenarbeite.

Am liebsten begleite ich Unternehmer:innen, die ihr Business bereits aufgebaut haben oder an einem Punkt stehen, an dem sie den nächsten Entwicklungsschritt gehen möchten. Menschen, die wissen, wofür sie stehen, welche Kund:innen sie erreichen möchten und dass eine Website mehr ist als eine digitale Visitenkarte.

Für diese Unternehmer:innen entwickle ich Websites, die nicht nur gut aussehen, sondern stra­te­gisch funk­tio­nie­ren. Websites, die Vertrauen schaffen, die Angebote verständlich machen und die langfristig mit dem Business wachsen können.

Ich sehe eine Website heute nicht als einmaliges Projekt, das nach der Veröffentlichung abge­schlossen ist, sondern als Teil einer nachhaltigen Sichtbarkeitsstrategie, die ich begleite.

Was sich seit dieser Entscheidung für mich verändert hat

Was hat mir dieser Abschied gebracht? Eine ganze Menge: Ich arbeite an Projekten, die wirklich funktionieren und sich weiterentwickeln, die ich guten Gewissens vorzeigen kann und die mir wiederum die nächsten Wunschkund:innen bringen. Die Zusammenarbeit läuft verbindlicher, weil etablierte Unternehmer:innen ihre Inhalte zuliefern, Entscheidungen bewusst treffen und eine Website als Investition verstehen und nicht als lästigen Kostenpunkt.

So kann ich tiefer und strategischer arbeiten, statt bei jedem Projekt wieder bei den Grundlagen anzusetzen. Mein Anspruch an Qualität, gerade auch bei Themen wie User Experience und Barrierefreiheit, trifft auf Menschen, die diese Werte verstehen und mittragen. Und genau davon profitieren auch meine Kund:innen: Weniger Umwege, klarere Entscheidungen und eine Zusammenarbeit, bei der wir nicht erst während des Websitebaus herausfinden müssen, wohin die Reise eigentlich geht.

Was Du tun kannst, wenn Du gerade erst startest

Wenn Du noch am Anfang Deiner Selbstständigkeit stehst, bedeutet das nicht, dass Du nichts für Deine Sichtbarkeit tun solltest. Im Gegenteil: Genau diese Phase ist wichtig, um Dein Fundament aufzubauen. Teste Dein Angebot, sprich mit potenziellen Kund:innen, sammle Erfahrungen und entwickle Schritt für Schritt Deine Positionierung.

Wenn Du bereits eine WordPress Website mit Elementor Pro hast und sie eigenständig weiterentwickeln möchtest, entsteht gerade meine Website Werkstatt (hier auf die Warteliste eintragen). Dort bekommst Du regelmäßigen Input, praktische Unterstützung und Sparring mit mir und anderen Selbstständigen, die ihre Website als aktives Marketinginstrument nutzen möchten.

Außerdem findest Du in meinem Blog viele Inhalte rund um den Aufbau und die Weiterentwicklung Deiner Website – unter anderem meine Serie „Deine Website im Fokus„, in der ich die einzelnen Bereiche einer professionellen Website Schritt für Schritt erkläre.

Bist Du schon so weit? Fünf Zeichen, dass Du Dir das Geld noch sparen kannst

Vielleicht fragst Du Dich jetzt, wo Du selbst gerade stehst. Diese Anzeichen helfen Dir bei der Einordnung; wenn Du bei mehreren davon nickst, bist Du wahrscheinlich noch in der Phase, in der eine große Website getrost warten darf:

  • Du bist erst seit kurzem selbstständig und hast Dein Angebot noch nicht mit echten, zahlenden Kund:innen getestet.
  • Du veränderst Dein Angebot oder Deine Zielgruppe noch regelmäßig.
  • Du bist Dir noch unsicher, wofür Dein Business eigentlich steht.
  • Ein Investment von mehreren Tausend Euro für eine Website ist für Dich aktuell noch keine Option.
  • Rechtliche oder organisatorische Fragen sind noch offen.

Der richtige Zeitpunkt für eine professionelle Website ist meistens dann gekommen, wenn Du Dein Angebot kennst, erste Erfahrungen mit Kund:innen gesammelt hast und Deine Website als Investition in Dein Wachstum verstehst.

👉 Wie Du das noch genauer für Dich prüfst, habe ich in diesem Artikel zusammengefasst: Von der Idee zur Website – diese 10 Fragen solltest Du bereits vor dem Erstellen Deiner Website beantworten können.

Dein nächster Schritt

Wenn Du jetzt denkst: „Genau das ist mein Punkt – meine Website muss endlich mit meinem Business mithalten“, dann lass uns sprechen.

Wenn Du noch am Anfang stehst, nutze diese Zeit, um Dein Fundament aufzubauen. Denn eine Website ist nicht das, was ein Business entstehen lässt. Sie ist das Werkzeug, das sichtbar macht, was bereits da ist 😊

Über mich
Britta Just lacht in die Kamera.
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Hier teile ich meine besten Strategien für erfolgreiches Marketing mit Fokus auf Online und praxiserprobte Tipps, die Dein Business voranbringen. Denn nur was gesehen wird, wird gekauft!

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