Dream-Team Justel is back in Newcastle: Meine Eindrücke von der Atomicon 2026

Atomicon 2026: Ich war das vierte Mal auf der etwas anderen Marketingkonferenz für Selbstständige in Newcastle. Hier teile ich meine Highlights & Eindrücke 🎉

Zum wiederholten Mal war ich Mitte Juni auf der Atomicon in Newcastle, England – und zum zweiten Mal gemeinsam mit meiner Best Business Buddy Susanne Jestel. Die diesjährigen Tickets hatten wir uns bereits am Abend der 2025er Ausgabe gesichert.

Inhalt

Was ist die Atomicon?

Die Atomicon ist eine anderthalbtägige Marketingkonferenz, die sich explizit an Selbstständige und kleine Unternehmen richtet. Was sie dabei für mich von anderen Konferenzen unterscheidet: Sie ist bunt & unterhaltsam – und trotzdem vollgepackt mit echtem Mehrwert. Kein Marketing Bro-Gehustle, keine Boss Babe-Vibes und vor allem kein spirituelles Herbeimanifestieren von Erfolg, sondern stattdessen ganz viel Community, Unterhaltung und Spaß.

Dazu ein erlesenes Line-Up an tollen Speaker:innen auf verschiedenen Bühnen, die alle mit einem gemeinsamen Thema kämpfen: Wie wächst ein kleines Business, ohne dass die Person dahinter dabei auf der Strecke bleibt?

Anreise: Viel zu frühes Aufstehen und eine Zugfahrt, die ist lustig

Der Sonntag beginnt für mich früh, sehr früh – nichts mit seelig ausschlafen. Ich konnte mich am Vorabend nicht online einchecken und auch die Airline Hotline kann mir nicht sagen, was das Problem ist. Ich befürchte schlimmes und stehe deshalb bereits um kurz nach vier Uhr (morgens!) am Check-in Schalter am Flughafen in Lissabon. Und siehe da, meine ETA (das ist die elektronische Reisegenehmigung für das Vereinigte Königreich, das man seit letztem Jahr benötigt. Ohne darf man nicht einreisen. Ich habe eine theoretisch noch gültige aus dem Vorjahr) ist nicht im englischen System hinterlegt; die Airline kann mich rein technisch nicht einchecken.

Die Dame am Counter ist supernett und gibt mir den Tipp, als es mit der offiziellen App nicht funktioniert, es über ein Reisebüro im Flughafen zu machen. Das Problem: Es ist Sonntag, das Reisebüro macht erst um sieben Uhr auf – und da geht eigentlich schon mein Flieger. Ein letzter Vesuch über die App klappt dann doch, ich beantrage eine neue ETA und habe Glück, sie wird innerhalb von Minuten bewilligt.

Schnell einchecken und um halb sieben boarde ich bereits meinen Flieger nach Manchester. Dort treffe ich mich mit Susanne, um gemütlich mit dem Zug vier Stunden durch das malerische Hinterland Englands bis nach Newcastle-upon-Tyne zu zuckeln. Wir quatschen über unsere Pläne für die kommenden Tage und die Zugfahrt vergeht wie im Flug.

In Newcastle angekommen, checken wir fix ins Hotel ein und machen uns dann auf die Suche nach einem Restaurant für ein frühes Abendessen. Bei The Botanist über den Dächern von Newcastle werden wir fündig, Sunday Roast steht auf der Karte.

The Botanist
The Botanist
Susanne und der Sunday Roast.
Sunday Roast
Lichtkunst
Lichtkunst

Am Abend steht zwar noch die offizielle Pre-Pre-Party an (obwohl die Konferenz erst offiziell am Dienstag stattfindet, haben sich montags bereits diverese Nebenevents etabliert. Und um die nicht zu verpassen, reisen viele bereits am Tag da davor an. Und bäm – die Pre-Pre-Party war geboren), aber ich bin nach dem frühen Abendessen durch.

Während Susanne noch eine Runde zu Fuß dreht, verabschiede ich mich ins Hotel, die Matratze abhorchen.

Vortag: International Atomics MeetUp & Pre-Party

Am Montag haben sich die sogenannten Fringe Events etabliert. Das sind kleine Seitenevents in Form von Mini-Konferenzen, Treffen und Networkingpartys, die mehr Raum bieten für Austausch und kreative Ideen.

Susanne und ich nutzen den Vormittag für ein bisschen Shopping, durch die Stadt bummeln und ein kleines Lunch am Mittag.

Am Nachmittag treffen wir uns mit Gabrielle beim Nebenevent „International Atomics MeetUp“, um gemeinsam mit anderen Unternehmer:innen zu netzwerken, die ihre Zeit auch zwischen verschiedenen Ländern aufteilen und ein Lied davon singen können, wie es ist, grenzüberschreitend und in verschiedenen Zeitzonen zu arbeiten.

Von dort geht es dann direkt weiter zum Boiler Shop, wo die Pre-Party und der Mixer stattfinden.

Die Mixer Pre-Party
Die Mixer Pre-Party

Der „Mixer“ ist das offizielle Gettogether-Event, das dazu dient, dass sich die Teilnehmer:innen vorab kennenlernen und auf die Atomicon eingrooven können.

Erste Amsthandlung: Wir lassen uns von der Balloonlady jeweils einen kleinen Fascinator machen, jeweils passend zu unseren Outfits.

Ich warte geduldig auf meinen Facinator.
Miss Ballooniverse in Aktion

Alt werden wir auch auf der Pre-Party nicht, dazu wird der nächste Tag zu lang 😊 Wie gönnen uns noch einen Schlummertrunk an der Hotel Bar und gehen dann frühzeitig ins Bett.

Registrierung
Registrierung
Fascinators
Unsere Fascinators
Schlummertrunk
Schlummertrunk

Wer steckt hinter der Atomicon – und warum bin ich wieder mit dabei?

Veranstaltet wird sie von Andrew and Pete – einem britischen Duo, das vor über zehn Jahren mit ihrer Marke Atomic eine Community für Soloselbstständige gegründet hat.

Die Atomicon zieht jedes Jahr rund 1.500 Teilnehmer:innen an und ist bekannt für ein Publikum, das wunderbar gemischt, divers und so gar nicht Corporate ist. Wer möchte, kann auch online dabei sein – die Talks werden parallel live übertragen.

Was mich jedes Mal wieder anzieht: Das Verhältnis aus Substanz und Spaß. Die Speaker:innen sind hochkarätig, die Talks konkret und direkt umsetzbar – und trotzdem kommt die gute Laune nie zu kurz.

Die Opening Ceremony: Andrew & Pete

Wie immer eröffneten Andrew and Pete den Haupttag mit viel Energie und Witz. Ihre Keyword, dier erst mit dem Titel „Doing something is better than doing nothing“ startet und sich dann zu „Doing something is NOT better than doing nothing. And doing nothing is better than doing random somethings. But doing nothing gets you nowhere. So there must be something that is better than doing both something and nothing. Which is to follow the 90:10 Rule & Do Just one thing remarkably well at a time“ entwickelt, besagt in der Quintessenz, dass wir nicht schneller wachsen, indem wir mehr Dinge machen, sondern indem wir den richtigen Dingen mehr Zeit und Mühe geben, damit sie tatsächlich funktionieren (können).

Und dass wir uns auch die Möglichkeit geben müssen, mit einer Idee zu scheitern, damit wir wirklich sicher sein können, dass sie nicht funktioniert. Der Kopf schwirrt am Ende ziemlich, aber wir fühlen blendend unterhalten.

Es zeigt sich wieder, Marketing ist ein Marathon und kein Sprint.

Andrew und Pete in Aktion
Andrew und Pete in Aktion

Weitere Highlights und Take-aways aus den Talks

Shawn Kanungo – Work Scared Until You’re Scary

Shawn ist ein kanadischer Keynotespeaker und Innovationsstratege, der für seinen Pragmatismus rund um KI bekannt ist. Sein Kernargument: Wissen ist keine Macht mehr, wenn jeder eine KI in der Tasche hat. Die neue Macht liegt im Handeln, Ausprobieren und Liefern. In seinem Talk demonstriert er beispielhaft, wie er KI-Agenten speziell für die Zielgruppe der Atomicon einsetzen würde.

Für mich ist da noch viel an der Grenze zu AI Slop (minderwertige, mit KI erstellte Inhalte, lässt sich vielleicht am besten mit KI Rotz übersetzen) dabei, wirklich überzeugt bin ich nicht. Auf die kritische Nachfrage, was er zum ethischen Aspekt von KI sagt, gibt es nur ausweichende Antworten. Schade eigentlich, da hatte ich mir mehr erhofft.

Aber immerhin betont er, dass wir uns bewusst entscheiden müssen, wo KI Prozesse beschleunigen soll und wo nach wie vor menschliche Reibung wertvoll ist.

Shawn Kanungo
Shawn Kanungo spricht über die Möglichkeiten von KI

Rupinder Kaur – Confidence Follows Courage: Start Before You’re Ready

Rupinder ist Gründerin von „Asian Women Mean Business“, einer Lern- und Community-Plattform für Unternehmerinnen. Sie leitete die erste rein südasiatische Frauenexpedition auf den Kilimandscharo, produzierte dazu einen Dokumentarfilm und sammelte dafür £90.000 – ohne vorherige Erfahrung in beidem.

Ihr Talk dreht sich um ein klares Argument: Selbstvertrauen kommt nach dem Mut, nicht davor. Sie stellt ihr Drei-Schritte-Framework vor, das helfen soll, Angst zu überwinden und zu handeln, bevor man sich „bereit“ fühlt.

Ihre Aussage dabei: „Courage is contagious“ je eher wir über eine Idee sprechen und uns die Unterstützung anderer holen, desto eher setzen wir sie auch um. Susanne und ich nicken bei dieser Aussage automatisch mit dem Kopf: Hätte ich Susanne nicht von meiner Idee einer Online Summit erzählt und sie direkt geantwortet „Da bin ich dabei.“, hätte es die Ausgaben der MASOMECO Online Summit in 2021 und 2022 nie gegeben.

Rupinder Kaur
Rupinder Kaur spricht über den Mut, den ersten Schritt zu gehen

Alice Benham – The implementation gap – why consistency is a pointless goal

Ihr Talk greift direkt das größte Konferenzproblem an: Man geht mit 100 Ideen nach Hause und setzt keine davon um. Sie stellt ein einfaches Framework vor, das aus Ideen Entscheidungen und aus Entscheidungen Handlungen macht – und erklärt, warum „Konsistenz“ als Ziel eine Falle ist: Wir sind Menschen und keine Roboter. Es kann immer wieder das Leben dazwischen kommen.

Alice Benham ist Businessstrategin, Bestsellerautorin und Sprecherin, die mit 16 die Schule abgebrochen, „aus Versehen“ Unternehmerin wurde und inzwischen Unternehmer:innen durch ihre „AB Method“ begleitet.

Ihre Kernausage: Perfectly consistent < imperfectly persistentstatt immer 100% Konsistenz von sich selbst zu erwarten, sollen wir uns lieber erlauben, unperfekt dranzubleiben. Oder wie sie sagt: „You don’t need to be the best, you need to show up the most.“

Also auch hier eher der Marathon als der Sprint.

Alice Benham
Alice Benham sagt Selbstmitleid ist mal okay, aber dann heißt es wieder Violine einpacken und weitermachen.

Rumina Mateva – Marketing in the Age of AI: How To Win Without Blending In

Rumina ist Product Marketing Manager bei SiteGround und ihr Talk kommt direkt aus der Praxis: Wie nutzt man KI im Marketing so, dass man erkennbar bleibt – und nicht in der Masse von gleich klingendem, polierten Content untergeht?

Ihre Empfehlung: Nutze echte Aussagen Deiner Zielgruppe (Feedback echter Personen aus Social Media, Newslettern, Customer Service, …) anhand echter Probleme (was diese Personen als Problem erachten und nicht wir ihnen in den Mund legen) und kombiniere sie mit einer eigenen Meinung.

Denn Emotionen, Haltung, Persönlichkeit und Ecken & Kanten werden immer wichtiger, weil generische AI-Inhalte zunehmend austauschbar wirken, und eigene Erfahrungen und originelle Perspektiven werden zunehmend zum Differenzierungsmerkmal.

Rumina Mateva
Rumina Mateva: Es ist nicht X, es ist Y … wusste bereits HBO.

Hannah Isted – It’s Just a Post: How to tick off your marketing in 10 minutes a day

Hannah ist Marketingstrategin, Autorin und Gründerin von HI Communications. Bekannt ist sie für ihr Programm „The Best 90 Days Ever“ und ihr Mantra: Marketing muss kein Zeitfresser sein.

In ihrem Talk geht sie auf ihre 10-Minuten-Marketing-Methode ein, die man sofort und dauerhaft umsetzen kann, und warum mehr Zeit auf Social Media nicht bessere Ergebnisse bedeutet, gerade in Zeiten von AI. Auch ihr Ansatz handelt davon, dass wie mit Authentizität punkten statt speziell kurartierter Inhalte.

Hannah Isted
Dank Hannah Isted sehe ich in jedem blauen Himmel eine Foto Op (arrangierte Fotogelegenheit)

Ann Handley – The Slowment Revolution: Strategic patience in an instant-results world

Ann ist eine der respektiertesten Stimmen im Content Marketing weltweit: Wall Street Journal Bestsellerautorin, weltweit erste Chief Content Officer, Mitgründerin von MarketingProfs und Mitglied der Content Marketing Hall of Fame.

Für die Closing Keynote kehrt sie 2026 auf die Atomicon-Bühne zurück und spricht darüber, wie in einer Welt voller Speed, Automatisierungen und AI-Output strategische Geduld immer wichtiger wird. Nicht als Gegensatz zu Geschwindigkeit, sondern als Kompetenz, zu wissen, wann es klüger ist, langsam zu agieren.

Auch hier geht es um Qualität vor Quantität und ich muss wieder an den Marathon denken.

Ann Handley
Ann Handley weiß zu unterhalten: Ich lache, ich habe Tränen in den Augen und ich lache noch mehr

Was mich an der Atomicon begeistert

Die Atomicon ist anstrengend – das will ich gar nicht schönreden. Ein voller Tag mit viel Input, inspirierenden Talks, Networking in den Pausen und abends noch die After Party sowie die Nebenevents an den Tagen davor – das Ganze lässt einen gut und gerne erschöpft zurück. Aber es ist diese schöne Art von Erschöpfung. Die, bei der man weiß, dass man die Tage gut genutzt hat 😊

Was mich an dieser Konferenz von Anfang an abgeholt hat: Jede:r darf hier so sein wie sie oder er ist. Das Publikum ist bunt, laut, herzlich – und dabei absolut authentisch und wertschätzend.

Zwischen den Talks, während den Pausen und auf den Seitenevents kommt man schnell ins Gespräch.

Auf der After Party
Auf der After Party

Das Dream-Team: Unterwegs mit Susanne

Ein Highlight ist für mich natürlich auch, die Erfahrung nicht allein, sondern mit meiner Best Business Buddy Susanne Jestel zu machen.

Hier findest Du übrigens Susannes Artikel.

Die Menge auf der Atomicon.
Finde Justel: Siehst Du Susanne und mich?

Mein Fazit

Was nehme ich aus Newcastle mit? Vor allem eines: Die Erinnerung daran, dass auch Wachstum kein Sprint ist und es gerade im Hinblick auf KI immer wichtiger wird, regelmäßig inne zu halten und zu prüfen: Was ist mein einzigartiger Blickwinkel und mein persönliches Qualitäts- bzw. Unterscheidungsmerkmal?

Und es in Zeiten von höher, schneller, weiter immer mehr darum geht, es auch mal langsamer angehen zu lassen. Denn wie lautet auch das chinesische Sprichwort: Wenn Du es eilig hast, geh langsam.

Das große Abschlussfoto der Atomicon 2026
Das große Abschlussfoto der Atomicon 2026

Atomicon 2027 – für alle, die neugierig sind

Wenn Du Dich für die nächste Atomicon interessiert, kannst Du Dich auf der offiziellen Atomic Website* auf dem Laufenden halten. Erfahrungsgemäß gibt es kurz nach der Veranstaltung die ersten Early Bird Tickets – und die lohnen sich 😉

Die nächste Atomicon findet dann am / um den 02. Juli 2027 in Manchester statt. Ich habe mich entschlossen, nächstes Jahr mal eine Pause einzulegen und nicht teilzunehmen.

*Affiliate-Link. Wenn Du über diesen Link etwas kaufst, kostet es Dich nichts extra, aber ich erhalte eventuell eine kleine Provision, die ich direkt in mein Galão Projekt reinvestiere 😊

Über mich
Britta Just lacht in die Kamera.
Hi, ich bin Britta 🖐️

Hier teile ich meine besten Strategien für erfolgreiches Marketing mit Fokus auf Online und praxiserprobte Tipps, die Dein Business voranbringen. Denn nur was gesehen wird, wird gekauft!

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